Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember

27.08.2004: Vor acht Jahren sagte der Spieler Uwe Scherr "Servus"

< August >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

-

-

-

-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

10

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

-

-

-

-

-

Was so verheißungsvoll Anfang der 90er Jahre begonnen hatte, endete am 27. August 1996 nüchtern: Uwe Scherr bestritt gegen den VfL Bochum sein letztes Bundesliga-Spiel für Schalke 04. Mit großen Hoffnungen und Erwartungen ins Ruhrgebiet gekommen, verhinderten viele Verletzungen den großen Durchbruch des technisch beschlagenen Mittelfeldspielers, der heute wieder für die Knappen aktiv ist.

Insgesamt 13 Mal musste er am Knie operiert werden. Die Hoffnungen auf eine Karriere in der Nationalmannschaft, die er während seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern (1989-92) durchaus hegen durfte, blieben deshalb unerfüllt. Eine schwere Verletzung ließ im Jahre 1991 das geplante Länderspiel-Debüt gegen Belgien platzen. Ein Jahr später wechselte Scherr von der Pfalz ins Ruhrgebiet.

Zwar bemühte er sich stets darum, den Anschluss zu schaffen, aber immer wieder streikte sein Körper und warf ihn zurück. An seine alte Form zu Beginn der 1990er-Jahre konnte er nur noch selten anknüpfen. Obwohl Uwe Scherr seine größten sportlichen Erfolge mit Kaiserslautern feierte, dort 1990 Deutscher Pokalsieger sowie 1991 Deutscher Meister wurde, wurde der gebürtige Oberpfälzer, dessen Ehefrau aus Recklinghausen stammt, schnell heimisch im Revier.

In Schalke stand Uwe Scherr, der als Jugendlicher für SV Siemens Amberg, FC Amberg, 1. FC Nürnberg und FC Augsburg kickte, etwas mehr als vier Jahre als Profi unter Vertrag. Von seinen 183 Bundesliga-Spielen absolvierte er insgesamt 82 für die Knappen. Unvergessen ist immer noch jene Flanke, die Andreas Müller am 11. Mai 1996 mit dem Kopf zum 2:1-Sieg gegen Bayern München hinter Oliver Kahn ins Netz bugsierte. Schalke qualifizierte sich dadurch erstmals seit 19 Jahren wieder für den UEFA-Pokal und legte somit an diesem Tag den Grundstein für den unvergessenen Triumph in Mailand ein Jahr später.

Zu den "Eurofightern" gehörte Uwe Scherr dann allerdings nicht mehr, denn nur drei Monate nach seiner "historischen Flanke" musste der offensive Mittelfeldspieler seine Koffer packen. Er passte nicht mehr in das Konzept von Trainer Jörg Berger und schloss sich dem 1. FC Köln an, mit dem er seine bitterste sportliche Stunde erlebte, den Abstieg aus der Bundesliga im Jahre 1998. Seine Laufbahn klang anschließend nach einem fünf Monate dauernden Intermezzo beim Wuppertaler SV in der Oberliga Nordrhein im Alter von nur 31 Jahren aus.

Anschließend kehrte er zurück zu den Königsblauen, die ihm die Möglichkeit boten, auch nach seiner aktiven Zeit im Fußball-Geschäft tätig zu sein. Er kümmert sich heute als Co-Trainer um die Schalkes U19 und ist außerdem als Spiel-Beobachter tätig. Scherr nimmt die Europapokal-Gegner und ebenso die Bundesliga-Konkurrenz der Knappen genau unter die Lupe, informiert Chef-Trainer Jupp Heynckes über deren Stärken und Schwächen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Uwe Scherr kreuz und quer durch Europa reist und die Arbeit allein schon deshalb sehr abwechslungsreich ist. "Man lernt jede Menge kennen", sagt er. "Aber ein ewiger Scout möchte ich nicht werden." Der vierfache Familienvater sieht seine Zukunft eher als Trainer im Jugendbereich.

FC Schalke 04 - VfL Bochum 1:1 (1:0)

Schalke: Lehmann, Eigenrauch, Müller (63. Kurz), Anderbrügge (78. Prus), Latal (67. Scherr), Thon, de Kock, Max, Büskens, Nemec, Wilmots

VfL: Gospodarek, Kracht, Waldoch (75. Winkler), Peschel (46. Közle), Stickroth, Baluszynski, Reis, Wosz, Donkov, Jack, Mamic (70. Gudjonsson)

Tore: 1:0 Thon (2), 1:1 Donkov (86.)
Zuschauer: 33.230
SR: Steinborn (Sinzig)

       
Offizielles Internetangebot des FC Schalke 04 | Impressum