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31.08.2004: Vor 74 Jahren wurde Finanzobmann Nier zu Grabe getragen
Sein Tod markierte den traurigen Höhepunkt des Finanzskandals 1930 (siehe Stichtag vom 25. August): Am 31. August wurde Schalkes Finanzobmann Willi Nier, der sich im Rhein-Herne-Kanal ertränkt hatte, auf dem Friedhof Rosenhügel beigesetzt. Vorher hatte es eine Trauerfeier in der Glückauf-Kampfbahn gegeben, die zu einer Kundgebung für den Verein wurde.
6000 Menschen kamen an jenem Tag in das Stadion, um von dem Vereinskameraden Abschied zu nehmen. Die erste Mannschaft trug den Sarg, Wilhelm Münstermann, der zweite Vorsitzende, sprach zur Trauergemeinde. Für ihn war klar, dass Nier "innerlich zerbrach an den Auswirkungen engherziger, veralteter Bestimmungen". Monatelange Kämpfe hätten seine Kräfte zermürbt. "Dein Tod wird unser Werk weitertreiben! Dein Tod wird dem gesamten deutschen Sporte neue Weg und Ziele zeigen müssen. Du hast getan, was du konntest. Dafür hab dank!"
Ob es wirklich nur die Sperre des WSV war, die den Finanzobmann in den Tod trieb, wurde nie vollständig geklärt. Sicher hingegen ist, dass die missliche Lage, in die der Verein durch das Urteil hineinschlitterte, Willi Nier kräftig zusetzte. - Durch die ausbleibenden Spiele floss kein Geld in die durch den Bau der Glückauf-Kampfbahn arg gebeutelte Vereinskasse.
Der Finanzexperte, der mit den Spesenzahlungen wenig zu tun hatte, wurde im Anschluss an seine Rückkehr aus der Gefangenschaft nach dem Ersten Weltkrieg Mitglied bei Schalke 04. Seine Geschicklichkeit im Umgang mit Geld fiel schnell auf. Er avancierte zum Vorsitzende der Finanzkommission und war entscheidend am raschen Aufstieg des anfangs belächelten Vereins aus Schalke beteiligt.
Der Familienvater galt als besonders sparsam. Macher Abteilungsleiter klagt gar über seine "Zugeknöpftheit" in Geldangelegenheiten. Er war ein ausgeprägter Pflichtmensch, der es hasste, wenn etwas nicht korrekt lief. Darin ist vielleicht der Schlüssel zu seinem tragischen Schicksal zu sehen. Ewald Kümmel, Redakteur der Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung, schrieb damals: "Wer ihn je gekannt hat, konnte seine Erschütterung ermessen. Nier war in den letzten Wochen nicht mehr der alte." Wenn des WSV-Urteil vielleicht nicht der Grund war, so war es zumindest der Anlass.
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