01.09.2004: Vor 33 Jahren stellte Klaus Scheer einen Vereinsrekord auf

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Fünf Bundesliga-Treffer in einem Spiel: Dieses Kunststück gelang nicht etwa Klaus Fischer oder Ebbe Sand, sondern Klaus Scheer. Beim 6:2-Sieg von Schalke 04 gegen den 1. FC Köln am 1. September 1971 hatte der torgefährliche Mittelfeldspieler seinen großen Auftritt.

Sein damaliger Trainer Ivica Horvat sagte einmal über Klaus Scheer: "Rollt es bei Scheer, spielt er wie ein Weltmeister. Klappt es nicht, ist er nur Kreisklasse." An jenem Mittwoch hatte der Mittelfeldspieler in der Glückauf-Kampfbahn einen Tag aus der ersten Kategorie erwischt.

Weil Klaus Fischer verletzt fehlte, rückte der gebürtige Siegener auf die Mittelstürmer-Position. Ein kluger Schachzug von Horvat: Bereits nach zwei Minuten schoss Scheer die Königsblauen in Front und legte anschließend bis zum Seitenwechsel noch dreimal nach. Gegenspieler Werner Biskup war zu bedauern, erst in der Halbzeitpause wurde er erlöst: Kölns Trainer Gyula Lorant brachte Bernd Cullmann für den vollkommen überforderten Vorstopper.

"Es war wie Weihnachten", schwärmte der fünffache Torschütze. "Ich wusste nicht, ob ich wach war oder träumte." Trotz der fünf Tore beanspruchte Scheer keinen Platz im Sturmzentrum. "Wenn der Klaus wieder da ist, gehe ich zurück ins Mittelfeld, wo ich hergekommen bin. Vorne fühle ich mich gar nicht so wohl."

Der Mann, der als Vorbild immer Günter Netzer angab, wirbelte lieber hinter den Spitzen. Dort konnte er seine Schnelligkeit ausspielen und tauchte immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auf. Insgesamt 17 Tore erzielte er in der Spielzeit 1971/72, der ehemalige Juniorennationalspieler (13 Einsätze), der 1969 zusammen mit Rolf Rüssmann und Jürgen Sobieray zum Schalker Markt gekommen war, stand kurz vor der Nominierung zur Nationalmannschaft.

Nach dem Schalker Pokalsieg 1972, beim 5:0-Endspielerfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern markierte Scheer das 2:0, stockten sowohl die positive Entwicklung des Vereins als auch die des Spielers. Während Schalke mit den Auswirkungen des Bundesligaskandals zu kämpfen hatte, machten Scheer vereiterte Mandeln, die Herzbeschwerden hervorriefen, und seine schwankenden Leistungen das Leben schwer. In den folgenden zwei Spielzeiten durfte der Offensiv-Mann, der beim "verkauften" 0:1 gegen Arminia Bielefeld fehlte, lediglich zwölfmal über einen eigenen Torerfolg jubeln, sorgte allerdings auf der anderen Seite dafür, dass der Verein nicht in Liga zwei absteigen musste.

1975 schließlich wurde er nach 155 Bundesliga-Einsätzen (37 Tore) an den 1. FC Kaiserslautern transferiert. Dort stand er noch einmal in einem Pokal-Finale, was sein neuer Klub allerdings 1976 gegen den Hamburger SV mit 0:2 verlor. Ein Jahr später verließ er die Pfalz, um beim Zweitligisten Westfalia Herne seine aktive Laufbahn 1979 zu beenden.

Klaus Scheer, der eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde Trainer. Er betreute unter anderem Mitte der 90er Jahre den 1. FC Saarbrücken in der zweiten Liga, war ein Jahr in Österreich bei Austria Lustenau tätig, und coacht momentan den hessischen Oberligisten 1.FC Eschborn.

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 6:2 (4:0)

Schalke: Nigbur, Sobieray, Rüssmann, Fichtel, Huhse, Scheer, H. Kremers, E. Kremers (78. Beverungen), Lütkebohmert, van Haaren (46. Holz), Libuda

Köln: Welz, Hemmersbach, Weber (46. Thielen), Biskup (46. Cullmann), Kapellmann, Rupp, Simmet, Löhr, Flohe, Overath, Konopka Tore: 1:0 Scheer (2.), 2:0 Scheer (6.), 3:0 Scheer (33.), 4:0 Scheer (42.), 5:0 Huhse (49.), 5:1 Overath (65.), 6:1 Scheer (72.), 6:2 Rupp (81.)
Zuschauer: 38.000
SR: Geng

       
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