04.09.2004: Vor fünf Jahren starb Trainer Georg Gawliczek

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Mit ihm auf der Trainerbank begann für Schalke das Abenteuer Bundesliga. Georg Gawliczek war erster Coach der Knappen, als die höchste deutsche Spielklasse 1963 eingleisig wurde. Knapp ein Jahr später indes war für den gebürtigen Oberschlesier, der am 4. September 1999 in Karlsruhe starb, das Kapitel Schalke bereits beendet. Nach einer Negativserie in der Rückrunde ersetzte Trainer-General Fritz Langner den gutmütigen Übungsleiter, der fast vier Jahre für das Team verantwortlich war.

Anfang der 60er Jahre lockte die Schalker Führung um Dr. Hans-Georg König Georg Gawliczek (*2.2.1919) vom DFB zum Schalker Markt. Beim deutschen Fußball-Bund hatte er zusammen mit Helmut Schön als Assistent des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger fungiert. "Er war ein sehr vernünftiger Mann, der selten laut geworden ist", so Schalker Urgestein Willi Koslowski, der sehr gute Erinnerungen an den früheren Coach hat.

Unter dem ehemaligen Schalker Spieler (von 1943 bis 1948) wurde der "Schwatte" 1962 Nationalspieler und hatte dies vor allem dem guten Draht seines Coaches zum DFB zu verdanken: "Damals spielte die Nationalmannschaft Testspiele gegen kombinierte Vereinsmannschaften. Beim Spiel gegen eine Auswahl von Schalke und Westfalia Herne war ich durch den Verband gesperrt. Aber der Trainer sagte zu mir: ‚Willi, du bist in Form, ich setze mich für dich ein.'" Auf Intervention Gawliczeks machte der DFB das Duell zu einem nicht-offiziellen Spiel, in dem Koslowski überzeugte und schließlich zur WM nach Chile fuhr.

Während der ersten Bundesligasaison jedoch kam es zum Bruch zwischen Mannschaft und Gawliczek, der vor dem Zweiten Weltkrieg beim MSV Duisburg kickte und nach seinem Engagement auf Schalke noch das Trikot vom 1. FC Kaiserslautern, Phönix Ludwigshafen und dem 1. FC Köln trug. Einige Spieler warfen ihm eine fehlende Linie vor, die Kluft zwischen den beiden Parteien wurde immer größer. Nach nur vier Siegen in der Rückrunde wurde er Ende April 1964 von Fritz Langner abgelöst.

Gawliczek, der den Pferdesport liebte und bei Feiern seinen ausgeprägten Tenor zum besten gab, blieb der Bundesliga erhalten. Hamburger SV (64-66), Karlsruher SC (67-68), Tennis Borussia Berlin (74-75) und Hertha BSC (82-83) hießen weitere Stationen des Fußball-Lehrers. Seinen größten Erfolg verzeichnete er im Ausland: Mit dem FC Zürich wurde er 1970 Schweizer Pokalsieger. Im Alter von 80 Jahren starb er in seiner Wahlheimat Karlsruhe.

       
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