08.09.2004: Vor 28 Jahren hatte "Ratte" Schubert seinen großen Auftritt

< September >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

-

-

-

Es gibt sie auch auf Schalke: die Helden für einen Tag. Günther Schubert gehört auf jeden Fall dazu. Lediglich drei Bundesliga-Spiele absolvierte der Torwart für die Knappen. Im Europapokal indes hatte er einen großen Auftritt: Beim 2:2 am 8. September 1976 beim FC Porto machte er eine gute Figur zwischen den Pfosten und bewies, warum er den Spitznamen "Ratte" trug.

Schubert, der am 2. Juni 2002 verstarb, war 21 Jahre alt, als er sich im Sommer 1976 den Knappen anschloss. Norbert Nigbur hatte gerade das Ruhrgebiet in Richtung Hertha BSC Berlin verlassen, und der Nachwuchsmann sollte hinter Enver Maric die Nummer zwei im Team sein. Trainer Friedel Rausch war allerdings mit den Leistungen des jugoslawischen Nationaltorwarts zu Beginn der Saison gar nicht einverstanden. Die 3:6-Klatsche gegen Eintracht Frankfurt, bei der Maric einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, sorgte schließlich dafür, dass der Keeper auf der Bank Platz nehmen musste.

Rausch vertraute Schubert, dessen erste Bewährungsprobe das Hinspiel in der UEFA-Cup-Erstrunden-Partie gegen den FC Porto war. Vor der Partie im Stadion da Luz in Lissabon, Porto durfte wegen einer Platzsperre nicht im eigenen Stadion antreten, unkte der Junge aus Velbert: "Entweder bin ich nach diesem Spiel groß im Geschäft, oder aber 20 Pfennige wert."

Schubert machte seine Sache ordentlich, was nicht zuletzt an der guten Vorstellung des gesamten Teams lag. Weil Schalkes neue Nummer eins einen Schuss des peruanischen Nationalspielers Teofilio Cubillas halten konnte, und Aki Lütkebohmert den Torjäger vom Dienst, Klaus Fischer, zweimal mustergültig bediente, gingen die Gastgeber mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabine.

In Durchgang zwei bekam Schubert dann eine Menge zu tun. Lediglich zweimal musste er hinter sich greifen, was vor allem an Bernd Thiele und Klaus Fichtel lag, die je bei einem Gegentreffer unfreiwillig Pate standen. Fast hätten die Schalker sogar noch das Unentschieden aus der Hand gegeben, doch der Schlussmann stellte seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis. Nach einer Attacke von Cubillas, in deren Anschluss der Ball die Linie passierte, mimte Schubert den "sterbenden Schwan". Schiedsrichter Gow aus Wales fiel darauf rein, verweigerte dem Tor die Anerkennung. "Jetzt wisst ihr", flachste Präsident Günter Siebert, "warum er Ratte heißt".

Die Aktion sicherte im nachhinein den Königsblauen den Einzug in die nächste Runde. Das Hinspiel wurde nämlich mit 3:2 gewonnen. Zu dem Zeitpunkt war Schubert jedoch wieder Ersatzmann. In seinem dritten Ligaspiel, beim 5:4 gegen Tennis Borussia Berlin, leistete er sich einige Patzer. Rausch setzte fortan wieder auf Maric. Im Sommer 1977 war Abpfiff für Schubert auf Schalke: Er wechselte zum damaligen Aufsteiger in die zweite Bundesliga Nord, dem 1. FC Bocholt.

FC Porto - FC Schalke 04 2:2 (0:2)

Porto: Torres, Murca, A. Teixeira, Freitas, Tai, Octavio, Rudolfo (65. Ademir), Duda, Gomes, Cubillas, Seninho (72. Julio)

Schalke: Schubert, Sobieray, Thiele, Rüssmann, Fichtel, Lütkebohmert, R. Abramczik, Oblak, Fischer, E. Kremers (75. Bittcher), H. Kremers

Tore: 0:1 Fischer (37.), 0:2 Fischer (44.), 1:2 Rudolfo (47.), 2:2 Cubillas (66.)
Zuschauer: 35.000
SR: Gow

       
Historisches Internetangebot des FC Schalke 04 | DatenschutzImpressum