17.09.2004: Vor 46 Jahren erzwang Schalke im Europapokal ein Entscheidungsspiel

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Die Ausgangslage war denkbar ungünstig: Im Hinspiel der ersten Runde im Europapokal der Landesmeister hatte Schalke bei Kopenhagen BK eine überraschend deutliche 0:3-Niederlage hinnehmen müssen. Das Rückspiel war somit alles andere als ein Spaziergang. Zumal auch die Ehre des deutschen Fußballs auf dem Spiel stand.

Die hiesigen Mannschaften hatten sich nämlich bei den bisherigen Auftritten in dem 1955 geschaffenen Wettbewerb nicht mit Ruhm bekleckert. Für die Akteure von Rot-Weiß Essen, die den nationalen Titel 1955 gewonnen hatten, war bereits die erste Hürde "Hibernian Edinburgh" zu hoch, Borussia Dortmund, Meister von 1956 und 1957, scheiterte jeweils in der zweiten Runde.

Dabei war diese Tatsache die geringste Sorge von Knappen-Coach Edi Frühwirth. Vielmehr beschäftigte ihn die Personalmisere: Ille Karnhof war wegen einer roten Karte im Oberliga-Duell mit dem VfL Bochum gesperrt, Manfred Kreuz, Günter Siebert und Karl Borutta fehlten verletzungsbedingt. Ungeachtet dessen: Ein Sieg musste her und das mit drei Toren Differenz. Die Regel, dass bei Tor- und Punkte-Gleichheit die Zahl der mehr erzielten Auswärtstore entscheidet, gab es damals noch nicht.

In der ersten Halbzeit lief es so, wie sich das Frühwirth vorgestellt hatte. Die Gastgeber drückten und gingen durch zwei Treffer von Berni Klodt in Führung. Der erste Treffer glückte ihm im Nachschuss, der zweite nach einem Pfostentreffer von Hans Nowak.

Als dann Helmut Sadlowski, der wegen seiner draufgängerischen Spielweise nur "Catcher" gerufen wurde und in dieser Partie notgedrungen von der Abwehr in den Angriff vorrückte, das 3:0 erzielte, schien das Weiterkommen der Schalker nah. Doch in der Folgezeit wurde das Aufeinandertreffen zum Krimi. Akt eins: Die Dänen verkürzten innerhalb von 14 Minuten auf 2:3. Und zu allem Überfluss verletzte sich Otto Laszig nach einem Zusammenprall am Meniskus (61.). Die Schalker musste somit die letzte halbe Stunde mit zehn Mann auskommen. Auswechselungen waren damals noch nicht erlaubt.

Akt zwei: Den Schalkern gelang in Unterzahl noch das Unmögliche. Nowak verwandelte eine Ecke zum 4:2 (70.), und Günter Brocker fälschte einen verunglückten Torschuss von Willi Koslowski zum 5:2 (72.) ab - das Entscheidungsspiel war erreicht.

Wie die Partie am 1. Oktober in Enschede ausging, steht im Stichtag vom 1. Oktober.

FC Schalke 04 - Kopenhagen BK 5:2 (2:0)

Schalke: Orzessek, Kleim, Brocker, O. Laszig, Sadlowski, Koslowski, Kördell, Jagielski, Nowak, Soya, B. Klodt

Kopenhagen: Jensen, Karlsen, Hellbrandt, Krog, Sparring, Busk, Krahmer, O. Sörensen, Birkeland, J. Sörensen, Andersen

Tore: 1:0 B. Klodt (26.), 2:0 B. Klodt (36.), 3:0 Sadlowski (46.), 3:1 Andersen (54.), 3:2 Andersen (68.), 4:2 Nowak (70.), 5:2 Brocker (72.)
Zuschauer: 27.000
SR: Beltmann

       
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