21.09.2004: Vor 63 Jahren wurde Hannes Becher geboren

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264 Pflichtspiele für den FC Schalke 04, davon 32 in der alten Oberliga West und 201 in der Bundesliga. Dazu kommen sechs Europapokalspiele, 24 Einsätze im DFB-Pokal und ein Spiel um die Deutsche Meisterschaft: Das sind die nüchternen Zahlen der erfolgreichen Fußball-Karriere von Hans-Jürgen "Hannes" Becher (*21. September 1941).

Becher ist ein Kind des Ruhrgebiets. In Gelsenkirchen-Bulmke geboren, begann seine Laufbahn als B-Jugendlicher beim FC Schalke 04. Ernst Kuzorras Schwager Fritz Thelen entdeckte das Talent, das nach dem Willen des Großvaters lieber für Gelsenkirchen 07 hätte kicken sollen. 1960 gab Becher als 18-Jähriger sein Debüt in der ersten Mannschaft, die damals in der Oberliga West spielte. Zwei Jahre später schaffte der Abwehrmann unter Trainer Georg Gawliczek den Sprung zum Stammspieler und bildete fortan viele Jahre lang zusammen mit Friedel Rausch ein kompromissloses Zwillingspaar in der Defensive - Friedel links, der Hannes rechts.

Im ersten Bundesliga-Jahr fehlte Becher nur in einem der 30 Spiele (die Bundesliga hatte damals nur 16 Mannschaften), in der Saison 1965/66 war er zusammen mit Alfred Pyka, Heinz Pliska und Klaus Fichtel einer von vier "Dauerbrennern", die alle 34 Spiele mitmachten. Bis 1971 trug Becher das Trikot der Knappen, dann endete seine Zeit bei den Königsblauen abrupt. Obwohl er in der Saison 1970/71 noch 18 Spiele mitgemacht hatte, wurde sein Vertrag nicht verlängert. Günter Siebert teilte dem 29-Jährigen mit, dass er zu alt sei und verlängerte den Vertrag nicht.

In der Folgezeit ging Becher auf Distanz zum FC Schalke 04 und wechselte zum damaligen Regionalligisten SG Eintracht Gelsenkirchen, für den er jedoch nur noch kurze Zeit aktiv war. Bei der späteren Fusion der SG Eintracht mit der STV Horst übernahm er als Obmann einen Teil der sportlichen Verantwortung, doch richtig wohl fühlte er sich nie, zumal die beiden Gründervereine nicht harmonierten. So endete wenig später die Funktionärstätigkeit Bechers, der danach viel Abstand zum Fußball gewann.

Hannes Becher wandte sich zunächst dem Tennis zu und widmete sich intensiv seiner beruflichen Karriere in der Versicherungsbranche, die er schon zu seiner aktiven Schalker Zeit begonnen hatte. Der gelernte Industriekaufmann führt seit 1977 zusammen mit seinem Freund und Partner Josef Puffler als Generalvertreter eine Außenstelle einer großen Versicherung. Über diese berufliche Schiene gibt es die einzigen verbliebenen Kontakte zum Fußball im Allgemeinen und zum FC Schalke 04 im Besonderen. So gehören Bechers einstige Mannschaftskameraden Friedel Rausch, Klaus Fichtel, Hans-Jürgen Wittkamp sowie mit Klaus Fischer und Rüdiger Abramczik u.a. auch Schalker Spieler aus späteren Jahren zu den Kunden von Becher & Puffler.

Der Beruf war zudem der Grund, warum Becher nicht beim FC Bayern München landete. 1965, als die Schalker als Tabellenletzter nur durch den Lizenzentzug von Hertha BSC Berlin und einer Aufstockung der Spielklasse in der Bundesliga verblieben, lag dem Verteidiger nämlich ein Angebot aus der bayerischen Hauptstadt vor. Becher: "Es gab konkrete Verhandlungen mit Robert Schwan, dem späteren Manager von Franz Beckenbauer. Doch weil Willi Schulz zum Hamburger SV gegangen war und seine Versicherungs-Agentur einen Nachfolger suchte, hat man mir diese Stelle angeboten. Da ich bodenständig bin, habe ich zugesagt."

       
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