23.09.2004: Vor 14 Jahren starb Jugendleiter Julius Eckmann

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Ganz Schalke trauerte, als am 23. September 1990 Julius Eckmann im Alter von 84 Jahren in seiner Wohnung in Gelsenkirchen verstarb. "Jule", wie seine Freunde ihn nannten, war über 30 Jahre lang Jugendleiter bei den Königsblauen und entdeckte in dieser Zeit eine Vielzahl von Talenten wie Fritz Szepan oder Ötte Tibulsky. Von Freunden geschätzt, von Konkurrenten gefürchtet - so war "Scout" Julius Eckmann.

Mit 14 Jahren begann Eckmann, der am 22. November 1905 in Gelsenkirchen geboren wurde, beim Schalker Vereinsvorsitzenden Fritz "Papa" Unkel die Lehre zum Industriekaufmann. Unkel, der dem Lehrling im Betrieb gegenübersaß, brachte Eckmann kurz darauf zum Club. Da "Jule" selbst kein guter Fußballer war, den Sport jedoch über alles liebte, band ihn Unkel in der Jugendarbeit ein. Eckmann fungierte insgesamt 35 Jahre (von 1934 bis 1969) als Leiter der Abteilung.

Er war auf allen Fußballplätzen im Revier zu Hause und permanent auf der Suche nach erstklassigen Jugendfußballern. Somit blieb es nicht aus, dass Eckmann bei der sportlichen Konkurrenz nicht immer ein gern gesehener Gast war. Aufgrund seiner damals noch verbotenen Art des Abwerbens bekam er den Spitznamen "Lotser von Schalke". Eckmann: "Manchmal musste ich die Flucht ergreifen, und auf einige Plätze traute ich mich gar nicht mehr."

Wenn es um das Interesse von Schalke 04 ging, schreckte er vor verbotenen Aktionen nicht zurück. 1954 wurde Eckmann beim Abwerben ertappt, der Verband sperrte ihn für zwei Jahre. "Damals wurde ich zu Recht bestraft, aber heute ist das kein Vergehen mehr", zeigte sich der "Lotser" Jahre später einsichtig.

Julius Eckmann war dafür verantwortlich, dass unter anderem Spieler wie Ötte Tibulsky, Herbert Burdenski, Willi Koslowski und Fritz Szepan das königsblaue Trikot überstreiften. Dass Szepan, der mit Ernst Kuzorra zusammen zum Schalker Idol wurde, für Schalke kickte, war aber auch dem Verhandlungsgeschick des Vorsitzenden zu verdanken. "Unkel und Obmann Schulte zogen mit Zigarillos und einem Liter Schnaps zu Vater Szepan. Beim fünften Schnaps hatten sie ihn dann soweit. Der Fritz durfte endlich legal für Schalke spielen."

Julius Eckmann gehörte dem FC Schalke 04 71 Jahre an. Zu seinem 65. Geburtstag bekam er vom Verein die goldene Ehrennadel verliehen. Als "Jule" im September 1990 verstarb, erwiesen ihm unter den rund 100 Trauergästen auch etliche "seiner Jungs" wie Ötte Tibulsky, Heiner Kördell, Werner Schellhase, Helmut Abramczik, Jupp Broden und Charly Neumann die letzte Ehre. Die Grabrede hielt Herbert Burdenski.

       
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