29.09.2004: Vor 28 Jahren "drehte" Schalke EC-Krimi gegen Porto

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Die Zuschauer, die am 29. September 1976 nach 70 Minuten das Parkstadion verließen, hätten auf Sepp Herberger hören sollen. Schalke lag zu diesem Zeitpunkt im UEFA-Cup gegen den FC Porto 0:2 hinten und schien nach dem 2:2 im Hinspiel ausgeschieden zu sein. Doch weil ein Spiel nach Herberger-Diktion nicht 70 sondern 90 Minuten dauert, nahm die Partie eine dramatische Wende.

Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war günstig. Mit einem 2:2 in Porto im Rücken konnten die Akteure von Trainer Friedel Rausch befreit aufspielen. Sie kombinierten gefällig, erspielten sich vier gute Möglichkeiten durch Klaus Fischer (2), Erwin Kremers und Rolf Rüssmann, vergaßen jedoch ein Tor zu erzielen. Das rächte sich sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff.

Vorstopper Rüssmann ließ Gegenspieler Oliveira einen Moment aus den Augen. Der Portugiese schaltete blitzschnell und schoss aus 14 Metern zur Führung für die Gäste ein. Die Schalker waren geschockt. Damit hätte keiner der 40.000 Zuschauer im weiten Rund gerechnet. Und als 18 Minuten nach dem 0:1 zu allem Überfluss Oliveira das 0:2 markierte, machte sich Frust sowohl auf der Rängen als auch auf dem Rasen breit. Die Schalker Angreifer waren vor allem durch die gut funktionierende Abseitsfalle des FC Porto genervt.

Die Besucher strömten bereits zum Ausgang, als Erwin Kremers im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht wurde. Klaus Fichtel ließ sich die Chance nicht entgehen und erzielte vom Punkt aus den 1:2-Anschlusstreffer. Nun blieben noch 16 Minuten, um zumindest den Ausgleich zu markieren. Der gelang vier Minuten vor dem Schlusspfiff. Der für Rüssmann eingewechselte Rüdiger Abramczik war nach einer Flanke von Branko Oblak zur Stelle und drückte den Ball per Kopf über die Linie. Klaus Fischer besorgte den Rest. Nach einem Lütkebohmert-Freistoß stand der Torjäger vom Dienst genau richtig und war ebenfalls mit dem Kopf erfolgreich - 3:2.

"Das Tor war für uns 2.500 Mark wert", stellte Fischer in Anspielung auf die Prämie fürs Weiterkommen fest. Präsident Günter Siebert konnte das verkraften. "Die Mannschaft hat uns mit dem Erreichen der nächsten Runde eine halbe Millionen Mark für die Vereinskasse gerettet."

FC Schalke 04 - FC Porto 3:2 (0:0)
Schalke: Maric, Sobieray, Fichtel, Rüssmann (70. R. Abramczik), Thiele, E. Kremers, Dubski (56. Bongartz), H. Kremers, Lütkebohmert, Oblak, Fischer

Porto: Torres, A. Teixeira, Simoes, Freitas, Murca (46. Tai), Matos, Rudolfo, Octavio (75. M. Teixeira), Oliveira, Cubillas, Seninho

Tore: 0:1 Oliveira (51.), 0:2 Oliveira (69.), 1:2 Fichtel (74./Foulelfmeter), 2:2 Abramczik (86.), 3:2 Fischer (88.)
Zuschauer: 40.000
SR: Taylor (England)

       
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