02.10.2004: Vor 94 Jahren wurde Heinrich Orzewalla geboren

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Für die Schalker hieß er schlicht „Onkel Heinrich“. Fast 50 Jahre lang war Heinrich Orzewalla (*2. Oktober 1910) Mitglied bei den Knappen, neun Jahre davon als Mitglied im Vorstand. Er führte bis zu seinem Tod im Jahr 1976 als Vizepräsident zusammen mit Günter Siebert den Verein, hielt den Club finanziell über Wasser, war „Ostblockexperte“ und ließ für Schalke sogar seine familiären Verbindungen spielen.

Mit 14 Jahren pilgerte Orzewalla zum ersten Mal auf Schalke. Vier Jahre später wurde er Mitglied und verpasste kaum ein Spiel in der Glückauf-Kampfbahn. Selbst jagte er nicht dem runden Leder nach, sorgte allerdings dafür, dass sich die Qualität der ersten Mannschaft entscheidend verbesserte. Er hatte nicht unwesentlichen Anteil daran, dass seinen Vetter 1933 zum Schalker Markt wechselte. Es handelte sich um Ernst Kalwitzki, der in acht Endspielen um die deutsche Meisterschaft zehn Tore für Schalke 04 schoss.

Tauchte mal ein finanzieller Engpass auf, war es für den selbstständigen Kaufmann, der mit Kohlen, Straßenbaustoffen und Tankstellen handelte, keine Frage, dass er mit Bürgschaften einsprang. Zudem fungierte Orzewalla als „Ostblockexperte“ in den Europapokalspielen gegen osteuropäische Clubs. Dabei kamen ihm seine russischen Sprachkenntnisse zu Gute, der er während des Zweiten Weltkriegs in der Gefangenschaft in Tiflis erwarb.

In den Vorstand des Vereins wurde er 1967 gewählt. Der Familienvater, dessen Sohn Jürgen die Tochter von Ötte Tibulsky heiratete, ließ sich von Günter Siebert überreden, in sportlich großer Not Schalke 04 zu führen. Die Mannschaft belegte damals den letzten Platz in der Bundesliga. Zunächst arbeitete Orzewalla als Beisitzer, nach dem Tod von Kurt Hatlauf rückte er zum Vizepräsidenten auf. Gutmütig, sachlich, die Wogen glättend, war er ein idealer Gegenpart zum temperamentvollen und agilen Günter Siebert, der wiederum seine vollste Unterstützung besaß.

       
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