03.10.2004: Vor 95 Jahren wurde Ernst Kalwitzki geboren

< Oktober >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

-

-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

Ernst Kalwitzki wird bis heute in erster Linie mit einem Spiel in Verbindung gebracht. Beim 9:0-Sieg der Knappen über Admira Wien im Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1939 schoss der Stürmer (*3. Oktober 1909) fünf Tore und stellte damit einen Rekord für die Ewigkeit auf.

Der trickreiche Angreifer war an allen sieben Titeln (sechsmal Meister und einmal Pokalsieger) der Schalker vor dem Zweiten Weltkrieg beteiligt und wurde später Platzwart der Glückauf-Kampfbahn.

Seinen größten Tag verdankte er einem Einfall von Ernst Kuzorra. Er war dafür verantwortlich, dass für das Finale 1939 im Berliner Olympiastadion die Aufstellung geändert wurde. Kalwitzki, eigentlich wieselflinker Rechtsaußen, rückte auf die Mittelstürmerposition vor, Hermann Eppenhoff musste auf die rechte Seite ausweichen. Im Verlaufe des Spiels nahm Kalwitzki dann die halblinke Position Kuzorras ein, der seinerseits den Admira-Mittelläufer Fritz Klacl am Spielaufbau hinderte. Zudem wechselte „Kalli“ mit Fritz Szepan auf halbrechts die Positionen. „Dadurch gerieten die Wiener völlig in Verwirrung“, freute sich der fünffache Torschütze hinter.

Insgesamt erzielte Kalwitzki in acht Endspielen um nationale Titel zehn Tore, ebenfalls ein Rekord, der von niemandem erreicht wurde. Auch nicht von Ernst Lehner, der dem Schalker den Weg zur Nationalmannschaft verbaute. Prof. Otto Nerz und Sepp Herberger setzten lieber auf den Augsburger, der in 65 Spielen für die DFB-Auswahl 31 Tore erzielte. Ebenso beeindruckend die Zahlen von Kalwitzki, der von 1933 bis 1942 für die erste Mannschaft der Knappen die Fußballstiefel schnürte. Er markierte 54 Treffer in 66 Spielen um die deutsche Meisterschaft, traf in 36 Pokalspielen 28 Mal das gegnerische Tor und trug sich in der Gauliga (143 Einsätze) 113 Mal in die Torschützenliste ein.

Der Krieg beendete die Karriere in der Ersten, für die zweite Schalker Garnitur indes kickte er noch regelmäßig, bis er 47 Jahre alt war. Und das trotz schwerer Verletzungen, die er sich im Zweiten Weltkrieg zugezogen hatte. Kalwitzki erlitt einen Kniedurchschuss und einen Oberschenkel-Steckschuss. Nach 1945 wurde der treue Ernst Platzwart der Glückaufkampfbahn. Er wohnte direkt unter der Stehtribüne mit seiner Frau Erna, die bei Torerfolgen der Schalker Angst um ihre Tassen im Küchenschrank haben musste.

So erlebte er hautnah mit, wie Generationen von Spielern in Blau und Weiß an ihm vorüberzogen. Er kümmerte sich um alles, war oft ein väterlicher Freund, bei dem Spieler sowie Funktionäre Rat und Trost finden konnten. Mit dem Umzug des Vereins vom Schalker Markt ins Parkstadion endete die Zeit der Kalwitzkis im Ruhrgebiet. Mit 65 Jahren ging er in Rente und zog mit seiner Frau Erna nach Bremen zur Tochter Elsbeth und Schwiegersohn Helmut Jagielski, der selbst lange für Schalke spielte, dann zum SV Werder wechselte. Mit 81 Jahren verstarb Ernst Kalwitzki im Februar 1991 in der Hansestadt.

       
Historisches Internetangebot des FC Schalke 04 | DatenschutzImpressum