06.10.2004: Vor 25 Jahren gab Wolfram Wuttke sein Bundesliga-Debüt

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"Enfant terrible" oder "schlampiges Genie". Mit diesen Schlagworten wurde Wolfram Wuttke gern charakterisiert. Der Techniker, der am 6. Oktober 1979 sein Debüt in der Bundesliga gab, brachte es immerhin auf 299 Bundesligaspiele und absolvierte vier Länderspiele.

1976 wechselte der damals 15-Jährige von seinem Heimatverein SG Castrop zum FC Schalke 04. Die Vereinsverantwortlichen lobten das Talent in höchsten Tönen. Wuttke hatte großen Anteil daran, dass die von Heinz Haaren betreuten B-Junioren 1978 ins Finale um die deutsche Meisterschaft einzogen, was Schalke mit 6:0 gegen Hertha Zehlendorf gewann. Bereits ein Jahr später folgte der erste Einsatz in der Bundesliga.

Als Drittjüngster Schalker überhaupt, nach Rüdiger Abramczik und Bernd Thiele, schnupperte er beim 3:0-Sieg gegen Werder Bremen Erstliga-Luft. 14 Tage später erzielte er beim 4:1-Sieg gegen Bayer Uerdingen sein erstes Tor in der Bundesliga und stellte damit einen noch heute gültigen Vereinsrekord auf. Die Kritiken überschlugen sich: Für viele gehörte Wuttke zu den größten Talenten des deutschen Fußballs in den 1980er-Jahren. Seine Dribblings waren unwiderstehlich, seine Technik versetzte die Zuschauer ins Staunen.

Wegen finanzieller Probleme mussten sich die Knappen allerdings im Herbst 1980 von ihrem Hoffnungsträger trennen. Wuttke wurde an Borussia Mönchengladbach verkauft, wo er auf Anhieb Stammspieler wurde. Zwar holte ihn der Verein zu Beginn des Jahres 1983 zurück, doch auch der 1,72m große Mittelfeldspieler konnte nicht verhindern, dass der Verein in dem Jahr zum zweiten Mal absteigen musste - und Wuttke erneut den Verein verließ.

Der Hamburger SV war sein nächster Arbeitgeber. Mit den Hanseaten wurde Wuttke, der als Profi für sein vorlautes Mundwerk bekannt war, 1984 Vizemeister. Trainer Ernst Happel hatte einen Narren an dem genialen Techniker gefressen. Er packte ihn oft in Watte, doch sein Zögling nutzte die Chancen viel zu selten. Von Hamburg ging es 1985 in die Pfalz.

Beim 1. FC Kaiserslautern hatte er sein beste Phase. Unter Trainer Hannes Bongartz wurde Wuttke in die Nationalmannschaft berufen. Dass am Ende lediglich vier Länderspiele heraussprangen, "lag an meiner fehlenden Diplomatie", gibt er heute zu. "Die hat mich 50 Länderspiele gekostet. Ich bin einer, der immer mal wieder was verbockt hat, aber auch allein rausgekommen ist."

Nach dem Pokalsieg 1990 verließ er die roten Teufel, das Ausland rief. Doch nach zwei Jahren bei Espanol Barcelona zog es ihn zurück nach Deutschland. Er heuerte 1992 in Saarbrücken an, wo sein Freund Peter damals Trainer war. Nach einer Saison war jedoch Schluss, Wuttke wurde Sportinvalide. Anschließend ging es bei ihm bergab. Erst finanziell und später auch gesundheitlich.

Im Jahr 2000 der Schock: Ärzte diagnostizierten Brustkrebs. Jährlich erkranken daran 43.000 Frauen - aber nur 400 Männer. Wuttke kämpfte. Nach Operation und Strahlentherapie stand 2002 fest, er hat die heimtückische Krankheit besiegt. Wuttke wohnt nun wieder im Ruhrgebiet und ist auf der Suche nach einer sportlichen Herausforderung. "Trainer im Jugend- oder Amateurbereich wäre etwas."

FC Schalke - Werder Bremen 3:0 (1:0)

Schalke: Nigbur, Kruse, Fichtel, Rüssmann, Dzoni, Thiele, H. Kremers, Berkemeier, Abramczik, Fischer, Wuttke

Bremen: Burdenski, Konschal, Geils, Offermanns, Kamp, Otten, Möhlmann, Röber, Bracht, Reinders, Dreßel

Tore: 1:0 Berkemeier (36.), 2:0 Bittcher (61.), 3:0 Thiele (68.)
Zuschauer: 20.000
SR: Clajus

       
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