12.10.2004: Vor elf Jahren wurde Jörg Berger Trainer auf Schalke

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Es sah nicht gut aus für den FC Schalke 04 im Herbst 1993. Das Team konnte in elf Bundesligaspielen lediglich einmal gewinnen und rangierte am Tabellenende. Ein Retter musste her, der mit eiserner Hand das Ruder rumreißt. Am 12. Oktober wurde Manager Rudi Assauer fündig und verpflichtete Jörg Berger.

Der am 13. Oktober 1944 geborene Fußball-Lehrer, der bei Lokomotive Leipzig aktiv war und 1979 aus der DDR flüchtete, schien genau der Richtige zu sein. Sowohl bei Eintracht Frankfurt (1988-91) als auch beim 1. FC Köln (1991-93) war es ihm gelungen, eine stark abstiegsgefährdete Mannschaft vor dem Gang in die 2. Bundesliga zu bewahren. "Defensive Ordnung ist die Basis des fußballerischen Handwerks" - unter dieser Prämisse führte er die Königsblauen aus dem Tabellenkeller. Nach nur 9:25-Punkten in der Hinrunde startete das Team eine beeindruckende Aufholjagd und holte aus den ersten zwölf Spielen der Rückrunde bei acht Siegen und nur einer Niederlage 19:5-Zähler. Am Ende landete die Mannschaft auf Platz 14, den Knappen blieb ein vierter Abstieg aus dem Oberhaus erspart

Diesen Schwung nahmen die Knappen in die folgenden beiden Spielzeiten mit. Berger, der schon den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt den Club aus dem Keller in den Europapokal geführt hatte, wiederholte dieses Kunststück auch bei den Knappen. Nach Rang elf in der Spielzeit 1994/95 peilte er mit seiner Truppe eine Position in der oberen Tabellenhälfte an. Und tatsächlich klappte es in der darauffolgenden Saison. Vor der Rückrunde Achter, legten die Schalker eine fulminante zweite Saisonhälfte hin. Die Knappen wurden Dritter und zogen zum ersten Mal seit 19 Jahren in den UEFA-Cup ein.

Allerdings übertünchte der Erfolg die stetig wachsende Kluft zwischen Coach und Mannschaft. Letztlich musste die Vereinsführung handeln. Der ehemalige DDR-Auswahltrainer, der im Westen als erstes den SV Darmstadt (1979-80) betreute, wurde am 3. Oktober 1996 nach 99 Bundesliga-Partien entlassen. Die Fans, die die Hintergründe nicht kannten, reagierten empört. Erst allmählich sahen sie ein, dass Assauer und Co. keine andere Wahl gehabt hatten.

Während die Mannschaft unter Berger-Nachfolger Huub Stevens Europa eroberte und 1997 den UEFA-Pokal gewann, wechselte Berger in die Schweiz zum FC Basel (1997), kehrte jedoch 1998 nach Deutschland zurück, um beim Karlsruher SC und dann noch einmal bei Eintracht Frankfurt (1999) zu arbeiten. Nach dem Türkei-Abenteuer bei Bursaspor (2000) fand er 2001 sein Glück bei Alemannia Aachen. Die Rheinländer coachte er drei Jahre. Er schrammte 2004 ganz knapp mit dem Traditionsverein am Aufstieg in die 1. Bundesliga vorbei, erreichte aber mit der Mannschaft das Finale um den DFB-Pokal. Zwar verloren die Aachener dies mit 2:3 gegen Werder Bremen, doch weil die Hanseaten Meister wurden, qualifizierte sich die Alemannia für den UEFA-Cup. Kurz nach dem Endspiel in Berlin erklärte Jörg Berger seinen Rücktritt. Momentan ist er auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

       
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