22.10.2004: Vor 27 Jahren weilte Alfredo di Stefano im Parkstadion

< Oktober >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

-

-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

11

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

Hoher Besuch am 22. Oktober 1977 im Parkstadion: Alfredo di Stefano, Spielerlegende von Real Madrid, saß auf der Tribüne und schaute sich das Bundesligaspiel der Knappen gegen den VfL Bochum an. Eingeladen wurde der Mann, der dreimal zur Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde, von Emil Östreicher, der unter Präsident Karl-Heinz Hütsch "persönlicher Berater mit Managerfunktionen" bei Schalke war.

Die beiden kannten sich aus gemeinsamen Tagen in Madrid. Während di Stefano zwischen 1953 und 1966 insgesamt 624-mal das weiße Dress der Königlichen trug (405 Tore) und mit der Mannschaft fünfmal in Folge den Europapokal gewann, beriet Östreicher zwischen 1957 und 1963 die Real-Vereinsführung in ähnlicher Weise, wie er es später bei den Knappen tat. Vom Besuch profitierten beide. Di Stefano, der mittlerweile Trainer in seiner Wahlheimat Spanien war, lernte den deutschen Fußball kennen, und Emil Östreicher konnte mit seinem berühmten Freund über die Tartanbahn des Parkstadions stolzieren.

Für den Ehrengast hatten sich die Schalker sogar den Film über das Europokalendspiel 1960 zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt besorgt, das die Madrilenen unter di Stefanos Regie mit 7:3 gewannen. Der gebürtige Argentinier steuerte drei Treffer zum Triumph über die Hessen bei. Diese fußballerische Demonstration sahen sich die Schalker gemeinsam mit dem damaligen Hauptdarsteller im Trainingslager an.

Der Geist von di Stefano, Puskas und Co. muss die Knappen beflügelt haben. Gegen den Reviernachbarn gab es auf jeden Fall einen ungefährdeten 3:1-Sieg. Durch den Erfolg eroberte das Team von Friedel Rausch die Tabellenführung zurück.

Allerdings war der Erfolg Augenwischerei. Mit den Schalkern ging es langsam bergab. Am Ende der Spielzeit rangierte das Team auf dem neunten Tabellenplatz. In der darauffolgenden Spielzeit war Schalke 15. und 1981 passierte das Unfassbare: Die Knappen mussten zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den bittern Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Daran war Östreicher nicht ganz schuldlos. Seine kostspielige Neuverpflichtungen beispielsweise waren nicht die erhofften Verstärkungen. Weder Wim Suurbier noch Lennart Larsson oder Nationalspieler Manfred Ritschel konnten auf Schalke dauerhaft überzeugen. Als Hütsch im März 1978 wieder von Günter Siebert an der Vereinsspitze ablöst wurde, hatte sich auch das Thema "Östreicher" erledigt.

       
Historisches Internetangebot des FC Schalke 04 | DatenschutzImpressum