25.10.2004: Vor 35 Jahren feierte Jürgen Sobieray seinen Bundesliga-Einstand

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Mit 19 Jahren feierte Jürgen Sobieray sein Erstligadebüt bei den Knappen. Bei Hertha BSC wurde er am 25. Oktober 1969 in der 57. Spielminute für Heinz van Haaren eingewechselt. Die Experten sagten ihm eine vielversprechende Zukunft voraus, doch der Bundesliga-Skandal bescherte dem trickreichen Verteidiger einen folgenschweren Karriere-Knick.

Bereits in seinem zweiten Bundesliga-Jahr stand der Abwehrspieler zusammen mit Klaus Fischer sowie Rolf Rüssmann im Notizbuch von Bundestrainer Helmut Schön und spielte 1971 für die B-Elf des Deutschen Fußballbundes. Gut ein Jahr später war seine internationale Laufbahn indes gestoppt, bevor sie richtig begonnen hatte. Sobieray wurde zur tragischen Figur der Mannschaft, die 1972 den DFB-Pokal gewann und in der Bundesliga Platz zwei belegte.

Zwar wurde der damals 22-Jährige nach der Saison 1971/72 vom Kicker Sportmagazin in die Elf des Jahres berufen, aber weder im Bundesliga-Finale gegen Bayern München noch im Pokal-Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern durfte er mitwirken. Der Bundesliga-Skandal schwebte bereits wie ein Damokles-Schwert über Sobierays Haupt, und der DFB untersagte wegen verschiedener Verdachtsmomente Schalke den Einsatz des Defensivspielers.

Gut einen Monat nach dem 5:0-Sieg gegen die Lauterer war Sobieray der erste Knappe, der aus dem Verkehr gezogen wurde. Zwei Jahre Sperre lautete das DFB-Urteil gegen den Schalker Sünder zunächst. Im Juni 1973 hob der Verband das Urteil auf, und ab dem 1. August 1973 war Sobieray wieder spielberechtigt. Er setzte seine Bundesliga-Karriere zwar auf Schalke fort und kam auf 210 Bundesliga-Spiele (14 Tore), doch der Zug für die prophezeite internationale Karriere war abgefahren.

Ende der 70er Jahre kamen Verletzungen hinzu. Trainer Gyula Lorant plante nicht mehr mit Sobieray; der Vertrag wurde nicht verlängert. Das ehemals große Talent ging zum Zweitligisten DSC Wanne-Eickel, ehe er im Oktober 1980 überraschend bei Borussia Dortmund anheuerte. Der Transfer erfolgte ablösefrei, und ob der sehr schwankenden Leistungen Sobierays rechnete eigentlich niemand mehr mit einem Comeback des ehemaligen Junioren-Nationalspielers - nicht einmal Trainer Udo Lattek. Doch als Branko Zebec kurz darauf Lattek als Trainer ablöste, gab dieser ihm eine Chance und setzte ihn auf die Libero-Position. Er bestritt immerhin noch zwölf Bundesliga-Spiele, ehe er wieder ins zweite Glied rückte.

Nachdem der Vertrag mit Dortmund im Juni 1982 auslief, wechselte der geborene Gelsenkirchener noch einmal den Verein: Im September ging es zum Zweitliga-Aufsteiger, dem TuS Schloß Neuhaus. Dort wirkte er allerdings nur zwei Monate. Im Anschluss an einen Trainerwechsel wurde er wieder entlassen.

Nachdem mehrere schwere Verletzungen dem Fußball-Profi das Geldverdienen immer schwerer machten, geriet er in finanzielle Schwierigkeiten und musste sein fast eine Million Mark teures Haus in Dorsten zwangsversteigern lassen. Sobieray beantragte Invalidität und machte seinen Trainerschein. Ende 1994 ging er als Manager zum Regionalligisten FC Union, wurde aber im Frühjahr 1995 vom ehemaligen DDR-Auswahlspieler Gerd Kische abgelöst.

Im März 2000 wurde Jürgen Sobieray vom Dortmunder Landgericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen Betruges verurteilt. Mit einer sogenannten "Spielerbörse" hatte er von 1994 bis 1997 zahlreiche Anleger aus ganz Deutschland um mindestens 2,2 Millionen Mark geprellt.

       
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