26.10.2004: Vor 78 Jahren wurde Berni Klodt geboren

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Sie werden oft übersehen. Die bescheidenen Menschen, die keine großen Reden schwingen und eher durch Tugenden wie Verlässlichkeit und Disziplin in Erscheinung treten. Nicht so bei den Knappen: Die wussten schon früh, was sie an Bernhard "Berni" Klodt (*26. Oktober 1926) hatten.

Fairness stand für den gebürtigen Gelsenkirchener an erster Stelle. "Foulen konnte der gar nicht", erinnert sich Schalke-Mitglied Ernst Wellhausen an seinen ehemaligen Weggefährten. "Einmal hat er ein Tor mit der Hand erzielt. Der Schiri hat es anerkannt, aber Berni ist zu ihm gegangen und hat gesagt: ‚Nimm´s zurück!'" So war Berni Klodt, der schon in der Jugend für die Knappen spielte und 1958 für die Schalker unsterblich wurde.

In dem Jahr führte er als Kapitän die unerfahrene Mannschaft bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft, in dem Schalke den favorisierten Hamburger SV mit 3:0 bezwang. Dabei war der technisch versierte Angreifer nicht nur Kopf der Auswahl von Coach Edi Frühwirth, er erzielte zudem die beiden ersten Treffer selbst. Was damit noch niemand ahnen konnte und wollte: Es war die bislang letzte Meisterschaft für den Traditionsverein.

Klodts Bruder Hans, der zwölf Jahre älter war und bei drei Meisterschaften (1937, 1939 und 1940) das Schalker Tor hütete, brachte ihn an die Glückauf-Kampfbahn. Er durchlief diverse Jugendteams und feierte 1943 als 17-Jähriger sein Debüt in der ersten Mannschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab er ein zweijähriges Intermezzo beim STV Horst, bei dem zu diesem Zeitpunkt auch sein Bruder unter Vertrag stand, ehe er 1950 - in jenem Jahr wurde er zum ersten Sportler des Jahres der Stadt Gelsenkirchen gewählt - wieder zum Schalker Markt zurückkehrte. Im selben Jahr spielte er zum ersten Mal in der deutschen Nationalmannschaft, für die er insgesamt 19 Mal auflief.

So gehörte Klodt vier Jahre später auch zur DFB-Auswahl, die als krasser Außenseiter zur Fußball-Weltmeisterschaft fuhr und dort überraschend Weltmeister wurde. Zwar wurde der Schalker lediglich in der Vorrunde eingesetzt, doch für Trainer Sepp Herberger war er der "12. Weltmeister". Zum Dank, dass er beim Tausch von Rahn für Klodt nicht aufbegehrte und sich loyal verhielt, schenkte er ihm seine Medaille. "Bei einem solchen Erfolg ist es ganz gleich", fand Klodt, "wer eingesetzt wird. Die Hauptsache ist doch, wir haben gewonnen."

Eine Einstellung, die ihm Sympathien in ganz Deutschland brachte, und die ihn in Gelsenkirchen zu einem Helden werden ließ. Bei seiner Ankunft nach dem Turnier säumten Tausende von Menschen in seiner Heimatstadt die Straßen, nur um ihren "Berni" willkommen zu heißen.

Trotz einiger gut dotierter Angebote aus dem Ausland blieb er seinem Club treu. Bis 1963 kickte er für die Blau-Weißen, für die er knapp 400 Pflichtspiele absolvierte. Am 12. Juni schließlich lief er zum letzten Mal auf. Gegner war die bulgarische Nationalmannschaft. Und Berni Klodt trat so ab, wie es sich für einen Großen gehört. Er verwandelte eine Vorlage von Waldemar Gerhardt zum 1:0-Sieg.

Anfang der 90er Jahre erlitt Berni Klodt ein Schlaganfall und war fortan an den Rollstuhl gefesselt. Seinen Lebensmut indes verlor er nie, erst sechs Jahre später verstarb er im Alter von 69 Jahren in Garmisch-Partenkirchen. Bei seiner Beerdigung fehlte von den damals noch lebenden Weltmeistern von 1954 lediglich Fritz Walter, der wegen einer Krankheit passen musste.

       
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