01.11.2004: Vor 15 Jahren sagte Wladimir Ljuty Schalke zu

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Noch heute müsste Helmut Kremers ein flaues Gefühl in der Magengegend beschleichen, wenn er an die Vorgeschichte zum Transfer von Wladimir Ljuty denkt. Als der damalige Manager am 1. November 1989 den Transfer des russischen Angreifers einstielte, floss eine Menge Wodka, ehe der russische Fußballverband ebenfalls einwilligte.

In der Kommando-Sache "Wladimir Ljuty" waren dem Verein die Kontakte hilfreich, die sie bei der Verpflichtung von Alexandr Borodjuk geknüpft hatten. So kam beispielsweise der Tipp, dass ein "sehr guter Mittelstürmer aus Dnjepropetrovsk die Freigabe für den Westen bekommen könnte", direkt vom russischen Verband. Das Interesse an Wladimir Ljuty, der am 20. April 1962 in Dnjepropetrovsk geboren wurde und ausschließlich für Dnjepr gespielt hatte, war geweckt.

Die Gelegenheit, sich den Angreifer anzuschauen, bot sich am 1. November. An dem Tag traf die Mannschaft im Europapokal der Landesmeister in Innsbruck auf den FC Tirol. Trainer Peter Neururer, Klaus Fischer und Manager Helmut Kremers flogen nach Österreich und sahen einen überragenden Ljuty. Er bereitete beim 2:2 einen Treffer vor und war zudem selbst einmal erfolgreich. Kremers: "Für uns stand schnell fest, noch an diesem Abend Nägel mit Köpfen zu machen."

Schon vor dem Spiel hatte sich das Trio mit dem Coach der Russen unterhalten, nach dem Spiel sprachen sie mit dem Spieler. "Er war ebenso einverstanden wie sein Trainer, der im Verein das Sagen hat und auch im Auftrag des Vorstands Entscheidungen treffen kann", erinnert sich Kremers. "Per Handschlag haben wir vereinbart, dass Ljuty nach Schalke kommt."

Kremers reiste kurze Zeit später nach Moskau, um die Angelegenheit mit dem russischen Fußball-Verband zu klären. Am 9. November, dem Tag, an dem die Berliner Mauer fiel, saß Schalkes Manager mit einem Vertreter des Verbandes und dem Trainer der Olympiamannschaft zusammen. Sie priesen noch einmal die Vorzüge des Offensivmannes an, der ein Jahr zuvor mit der russischen Auswahl Olympiasieger in Seoul geworden war. "Und wie das so in Russland ist: Bei jeder Gelegenheit wurde der Wodka aufgetischt, und man durfte ihn nicht ausschlagen. Am Ende war ich total fertig."

Allerdings war Ljuty auf Schalke mäßig erfolgreich. Zwar traf er beim 3:0-Sieg beim SC Freiburg am 22. November gleich ins gegnerische Tor, doch in der Folgezeit kam er über den Status eines überdurchschnittlichen Zweitligaspielers nicht hinaus. Er steuerte ein Jahr später sieben Tore zum Aufstieg in die erste Bundesliga bei, wurde jedoch an den MSV Duisburg ausgeliehen, da die Ausländerplätze durch Bent Christensen, Alexandr Borodjuk und Radmilo Mihajlovic belegt waren.

Wladimir Ljuty ging zum MSV Duisburg (36 Spiele/3Tore), heuerte anschließend beim VfL Bochum (3 Einsätze) an, ehe er bei verschiedenen Amateurklubs in Nordrhein-Westfalen spielte.

       
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