03.11.2004: Vor 18 Jahren starb Ernst Poertgen

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Dieser Mann war die personifizierte Tor-Garantie. Mit Quoten, die jeden Angreifer vor Neid erblassen lassen. Drei Länderspiele - fünf Tore; 59 Gauligapartien für die Königsblauen - 59 Treffer: Ernst Poertgen war Schalkes Mittelstürmer in den 30er-Jahren. Erst seine große Liebe trennte den gemeinsamen Weg, den Spieler zog es nach Bonn, wo er am 3. November 1986 starb.

Aufgewachsen in Essen trat Ernst Poertgen (*25. Januar 1912) als Jugendlicher dem BV Altenessen bei. Schon mit 17 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft, wechselte als 19-Jähriger jedoch zu Schwarz-Weiß Essen, der ihm damals die bessere sportliche Perspektive bot. Drei Jahre kickte er beim ETB, ehe er den Schritt zum ruhmreichen 1. FC Nürnberg wagte.

Er blieb allerdings nicht lange. Ausgerechnet ein Franke lotste ihn zurück ins Ruhrgebiet. Poertgen hatte Hans "Bumbas" Schmidt, seit 1933 Trainer der Schalker, erzählt, dass er beim Club einfach nicht warm werde würde. Die Art der Franken liege ihm nicht. Schmidt schaltete blitzschnell und lockte ihn 1934 an den Schalker Markt. Ein echter Glücksgriff: Poertgen trug mit seiner Spielübersicht, seiner Raffinesse, seiner Sprung- und Schusskraft viel zu Schalkes Erfolgen bei.

Bei dem Endspiel 1934, als die Knappen gegen den ehemaligen Poertgen-Club die erste Meisterschaft gewannen, musste der Spieler noch zuschauen. Der Verband hatten dem "Pöttinger" - in Anlehnung an den berühmten Nationalspieler Josef Pöttinger von Bayern München - eine neunmonatige Sperre aufgebrummt. Somit konnte er erst 1935 den ersten Titel mit den Blau-Weißen feiern. Er traf beim 6:4-Sieg im Finale um die deutsche Meisterschaft viermal für seinen neuen Verein.

Es war das erste von sechs Schalker Endspielen, an denen der gelernte Anstreicher und Maler teilnahm. Ernst Poertgen wurde dreimal Deutscher Meister (1934, 1935 sowie 1937) und gewann einmal (1937) den Pokal. In dieser Zeit absolvierte er zudem drei Spiele für die DFB-Elf, in denen er fünf Tore erzielte.

Neben seiner Technik und seinen Finten wurde an ihm seine Nervenstärke geschätzt. Zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, hatte der "Pöttinger" seinen großen Auftritt. Anlauf, schnelle Täuschung und drin war der Ball. Selbst kurz vor Ende einer Begegnung übernahm er Verantwortung. So brachte er am 31. Oktober 1937 in Braunschweig beim Spiel in der dritten Runde des DFB-Pokals seine Mannschaft ins Viertelfinale. Er verwandelte in der 120. Minute einen Elfmeter zum 1:0-Sieg.

1937 heiratete er eine Wirtstochter aus Bonn. Sein privates Glück sorgt dafür, dass er ein Jahr pendelte, doch schließlich 1938 den Verein verließ. Seinen Platz im Sturmzentrum nahm der Röhlinghauser Hermann Eppenhoff ein.

In Bonn schloss sich Ernst Poertgen dem FV an, ehe ihn der Militärdienst nach München verschlug, wo er für Wacker drei Jahre lang das Trikot überstreifte. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er nach Bonn zurück und eröffnete zusammen mit seiner Frau einen Hotelbetrieb in Bonn-Beul direkt an der Rheinbrücke.

Bis zu seinem Tod besuchte er immer wieder seine alten Schalker Kameraden rund um die Glückauf-Kampfbahn. Zuletzt jedoch im Rollstuhl. Ein Diplomaten-Wagen hatte ihn überfahren. Bei dem Unfall verlor er sein rechtes Bein.

       
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