04.11.2004: Vor 60 Jahren starb Fritz "Papa" Unkel

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Sein Ableben am 4. November 1944 markierte den Schlusspunkt der bisher erfolgreichsten Ära der Knappen. Unter seiner Führung wurde der Grundstein für den Schalker Kreisel gelegt, er führt als Vorsitzender zwei Jahrzehnte lang die Fußballer vom Schalker Markt. Sechs Meisterschaften und einen Pokalsieg durfte Fritz "Papa" Unkel mit seinen Ziehsöhnen in kurzen Hosen feiern.

Schon zweimal hatte er als Vorsitzender des Schalker Turnvereins 1877 den Fußballern von Westfalia Schalke unter die Arme gegriffen, ehe er sich am 5. Januar 1924 bereit erklärte, den FC Schalke 04 zu führen. Der am 28. August 1865 geborene Gelsenkirchener fühlte sich verantwortlich für die junge Horde von Fußballern und unterstützte sie nach Kräften. Er nahm die Brüder Hans und Fred Ballmann, die das Spiel der Schalker revolutionierten, als Kostgänger in seinem Haus auf.

Zudem kam dem Verein schon vorher zugute, dass Unkel Materialverwalter "auf Consol" war. Der Doppelpass zwischen der Zeche und dem Verein funktionierte hervorragend. Sowohl Material als auch Arbeitskraft wurden zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Nach 1924 war es sein Hauptanliegen, dem Fußballclub professionelle Strukturen zu geben. Er installierte eine Finanzkommission mit Willi Nier als Obmann, veranlasste, dass über der Vereinsgaststätte am Schalker Markt eine Geschäftsstelle eingerichtet wird und schob 1927 den Bau der Glückaufkampfbahn an.

Neben seiner Bescheidenheit war es in erster Linie sein Gemeinschaftssinn, der ihn so wertvoll für den Verein werden ließ. Er verstand es, Streitigkeiten zu schlichten und materielle sowie emotionale Probleme zu lösen. Wobei er gegenüber der Jugend nie als Unterdrücker auftrat. Im Gegenteil, trotz seiner Autorität vertrauten ihm die jungen Burschen. Er war der Vater, der "Papa" Unkel.

Sein Motto "Elf Freunde müsst ihr sein - wenn ihr Siege wollt erringen!" prägte das Schalker Vereinsleben bis in die 40er Jahre hinein. Unter ihm stieg der kleine Vorortclub zum Meister aller deutschen Fußballvereine auf. Selbst in der Stunde größter Not war auf den ersten Mann im Verein Verlass. Unkel, der vom Westdeutsche Spielverein (WSV) nicht angeklagt wurde, hatte großen Anteil daran, dass sich die erste Mannschaft nach der Spielersperre 1930 durch den WSV nicht dem Berufsspielerverband anschloss. Auf einer Generalversammlung überzeugte er die Mannen um Ernst Kuzorra. "Ihr gehört in den blau-weißen Dress auf den grünen Rasen der Kampfbahn Glückauf", waren seine Worte.

1939, im Jahr der vierten Deutschen Meisterschaft, legte Unkel "aus Altersgründen", wie es in verschiedenen Quellen heißt, sein Amt endgültig nieder. Er wurde Ehrenvorsitzender des Vereins. Im Laufe der 30er Jahre war er bereits mehrmals kurzfristig von den Herren Wilhelm Münstermann und Heinrich Pieneck abgelöst worden. Ob dafür politische Gründe ausschlaggebend waren, ist nicht sicher auszumachen. Der Lehrer Münstermann war jedenfalls im Gegensatz zu Unkel ein überzeugter Nationalsozialist. Der Vereinsübervater hingegen schätzte als guter Katholik keinen Extremismus.

       
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