05.11.2004: Vor 22 Jahren trug Walter Junghans zum ersten Mal Königsblau

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"Mein Gott, Walter ...": Auf der Linie zeigte Torwart Walter Junghans meist unglaubliche Reflexe. Doch war er gezwungen, bei hohen Bällen die Linie zu verlassen, offenbarte er oft eklatante Schwächen. Von den Bayern aus München in der Abstiegssaison 1982/83 gekommen, hatte der gebürtige Hamburger von seinem ersten Spiel am 5. November 1982 an einen schweren Stand.

"Noch nie in der Bundesliga stand ein Torwart unter solch einem Druck wie zurzeit Junghans. Der wird ja noch nach guten Spielen von den Zuschauern als ‚Bayern-Sau' beschimpft", polterte Manager Rudi Assauer im Frühjahr 1983 los. Der Schalke-Keeper hat gerade mit zwei schweren Patzern dafür gesorgt, dass die Mannschaft das Revierderby mit 1:2 gegen Borussia Dortmund verlor. Beide Male profitierte der ehemalige Knappe Rüdiger Abramczik von den Böcken des Schlussmanns.

Dabei lieferte Walter Junghans eine passable Leistung beim ersten Einsatz für die Knappen ab. Beim 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen blieb er fehlerfrei. Der Mann, der bei Victoria Hamburg groß wurde, sollte Norbert Nigbur ersetzen, der nicht nur in die Jahre gekommen war, sondern zudem nicht zuletzt wegen privater Probleme nicht mehr die Form früherer Jahre hatte. Junghans kam mit der Empfehlung, 1980 als 21-Jähriger zweiter Keeper der deutschen Elf bei der Europameisterschaft in Italien gewesen zu sein. Er hatte bei den Bayern die Nachfolge von Torwart-Legende Sepp Maier angetreten, der wegen eines Verkehrsunfalls seine Karriere beenden musste.

Schon bei den Bayern musste er sich hartnäckiger Konkurrenz erwehren, die durch seine Fehlgriffe immer wieder Oberwasser und Chancen bekamen. Mit Manfred Müller kämpfte er zwei Jahre um die Nummer eins, als im Sommer 1982 Jean-Marie Pfaff verpflichtet wurde, war das Kapitel FC Bayern für die Norddeutschen beendet.

Schalkes Manager Rudi Assauer lockte ihn schließlich im Herbst 1982 ins Ruhrgebiet. Zwar konnte Walter Junghans den Abstieg 1983 nicht verhindern, aber anschließend war er ein Rückhalt des Teams, dem ein Jahr später der Wiederaufstieg gelang. Er blieb insgesamt fünf Jahre auf Schalke, in denen er mehr als 150 Pflichtspiele für den Verein bestritt.

1986 schließlich griff er erneut einige Male daneben, wurde zwischenzeitlich durch Pavel Macak ersetzt und verließ im Sommer 1987 den Verein. Toni Schumacher nahm seinen Platz auf Schalke ein, Junghans ging zu Hertha BSC Berlin. Die Hauptstädter führte er drei Jahre später in die Bundesliga und spielte anschließend noch bei Fortuna Köln, wo er 1996 seine Karriere nach 413 Partien in der 1. und 2. Bundesliga beendete.

Walter Junghans wurde Torwarttrainer. Er arbeitete vier Jahre unter Jupp Heynckes, ehe der 2003 bei Schalke 04 den Dienst aufnahm. Junghans indes blieb bei Athletic Bilbao, wo er noch immer beschäftigt ist.

FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 2:0 (0:0)

Schalke: Junghans, Dietz, Stichler, Schipper, Geier, Drexler, Opitz, Bittcher, Bücker, Abel, Tüfekci

Bayer: Greiner, Posner (42. Wojtowicz), Bruckmann, Gelsdorf, Winklhofer, Hörster, Hermann, Röber, Ökland, Vöge, Waas

Tore: 1:0 Abel (51.), 2:0 Drexler (88.)
Zuschauer: 18.000
SR: Hontheim (Trier)

       
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