11.11.2004: Vor vier Jahren war Andreas Möller auf Schalke angekommen

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"Bayern geputzt - jetzt ist er ein echter Schalker", formulierte die Presse am Montag nach dem 3:2-Sieg der Knappen gegen Bayern München. Gemeint war Andreas Möller, der am 11. November 2000 sein erstes Bundesliga-Tor für den neuen Arbeitgeber erzielte. Der Beginn einer Metamorphose.

Die Schalker Fan-Seele kochte im Sommer 2000. Manager Rudi Assauer hatte Andreas Möller (*2. September 1967) verpflichtet. Ausgerechnet Möller: Viele Schalker Anhänger konnten es nicht glauben. Warum die "Heulsuse", die lange beim Erzfeind Borussia Dortmund gekickt hatte und sich nicht erst mit einem demonstrativen Jubel vor den Schalke-Anhängern nach seinem 2:1 am 19. Dezember 1997 im Westfalenstadion äußerst unbeliebt gemacht hatte?

Gut, die Erfolge sprachen für den pfeilschnellen Mittelfeldspieler. Seine Vita zierten zu jener Zeit ein Weltmeistertitel (1990), ein EM-Gewinn (1996), ein Champions-League- sowie Weltpokal-Triumph (1997 mit Borussia Dortmund), ein UEFA-Cup-Sieg (1993 mit Juventus Turin), zwei Meisterschaften (1995 und 96 mit dem BVB) sowie zwei Pokalsiege (1988 mit Eintracht Frankfurt und 1989 mit dem BVB).

Aber wie kann man einen Spieler verpflichten, den die gesamte Fan-Schar ablehnt? Die Antwort wurde am 11. November 2000 deutlich sichtbar. "Wie er das Spiel nach seinem 2:1 an sich gerissen hat, das war Weltklasse", schwärmte nach der Begegnung Hollands Nationaltrainer Louis van Gaal, der auf der Tribüne weilte. Möller war auf Schalke angekommen und sollte in den nächsten drei Jahren zu der spielbestimmenden Persönlichkeit im Schalker Mittelfeld werden.

"Für mich bedeutete Schalke die Chance, zu zeigen, dass ich auch die Ärmel hochkrempeln kann", sagte Möller nach seinem Abschied im Sommer 2003. Er wurde zum Kopf der Mannschaft, die zweimal (2001 und 2002) den DFB-Pokal gewann und nur sehr knapp und unglücklich 2001 an der Meisterschaft vorbeischrammte. Eine unglaubliche Entwicklung: von der Reizfigur zum zweifachen Pokalsieger.

Auf Schalke schaffte der Techniker, der vorher für BSC SW Frankfurt (1974-81), Eintracht Frankfurt (1981-88, 1990-92) Borussia Dortmund (1988-90 und 1994-2000), und Juventus Turin (1992-94) kickte, den Schritt zu einem kompletten Fußballer. Scheute er früher Zweikämpfe in der Defensive, erkämpfte er sich in Königsblau Bälle in der eigenen Hälfte. "Ich bin zwar auch auf Schalke nicht der große Kämpfer geworden, aber ich denke, dass ich bewiesen habe, eine Mannschaft auch so führen zu können, dass sie erfolgreich spielen kann."

Beim 1:0-Sieg gegen Bayern München am 24. Mai 2003 stand Andreas Möller zum 112. und letzten Mal für die Blau-Weißen in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Nach "drei tollen Jahren" sagte er Servus. "Ich verlasse Schalke als Freund und möchte in guter Erinnerung bleiben."

In der darauffolgenden Saison half Andreas Möller noch einmal für elf Spiele bei Eintracht Frankfurt aus, ehe er im Januar 2004 seine Karriere endgültig beendete. - nach 85 Länderspielen (29 Tore), 429 Bundesligapartien (110) und 56 (19) Begegnungen in der italienischen Serie A.

FC Schalke 04 - FC Bayern München 3:2 (0:1)

Schalke: Reck, Hajto, van Hoogdalem, Waldoch, van Kerckhoven, Latal (55. Asamoah), Möller, Büskens, Nemec, Sand, Mpenza

Bayern: Kahn, Sagnol, Andersson, Sforza, Scholl (73. Jancker), Effenberg, Jeremies, Tarnat, Salihamidzic (73. Zickler), Elber (85. Santa Cruz), Sergio

Tore: 0:1 Elber (34.), 1:1 Möller (58.), 1:2 Sergio (59.), 2:2 Asamoah (68.), 3:2 Sand (71.)
Zuschauer: 62.100
Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)

       
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