23.11.2004: Vor 44 Jahren debütierte Günter Herrmann beim DFB

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Das Transfergeschäft schlug hohe Wellen vor dem Bundesligastart 1963. Durch einen Trick sicherte sich die Vereinsführung von Schalke 04 die Dienste von Nationalspieler Günter Herrmann, der am 23. November 1960 zum ersten Mal für die DFB-Auswahl auflief.

Um den auch bei anderen Vereinen begehrten Angreifer vom Karlsruher SC für die erste Bundesligasaison loszueisen, bewies der Schalker Vorstand finanzielle Kreativität. Weil Lizenzspieler damals laut DFB höchstens eine Ablösesumme von 50.000 Mark kosten durften, schlug die Vereinsführung um den Vorsitzenden Dr. Hans-Georg König den Badenern ein doppeltes Transfer-Geschäft vor: Für 100.000 Mark sollten der Nationalspieler und der Karlsruher Durchschnittskicker Hans-Georg Lambert ins Ruhrgebiet wechseln.

Damit stachen die Knappen die Mitbewerber aus. Der KSC willigte in das "Spielchen" ein. Die Transaktion verstieß zwar nicht gegen die DFB-Statuten, wurde aber dennoch vom Deutschen Fußball-Bund als "Schiebung" angesehen. Das DFB-Bundesgericht hob das Urteil am 4. Oktober allerdings wieder auf.

Nun war Herrmann ein Schalker und spielte sich sehr schnell in die Herzen der Fans. Zum einen war er auf dem Feld ein umsichtiger Spielgestalter, zum anderen hielt er dem Verein in einer schwierigen Phase die Treue, als andere Kollegen die Flucht ergriffen. 1965 war der Verein sportlich abgestiegen und durfte lediglich in der Beletage des deutschen Fußballs bleiben, da Hertha BSC Berlin die Lizenz entzogen, der sportliche Abstieg aufgehoben und die Liga von 16 auf 18 Vereine aufgestockt wurde.

Günter Herrmann erklärte sich nach der Rettung am grünen Tisch bereit, in der folgenden Saison die Rettung auf dem grünen Rasen zu organisieren. Das Vorhaben gelang. Mit einer blutjungen Mannschaft konnte die Klasse gehalten werden. Erst ein Jahr später verließ er die Königsblauen, nach 110 Bundesligaspielen, in denen er 22 Tor markierte.

Über den Karlsruher SC, wo er noch ein Jahr in der Bundesliga kickte, führte der Weg der Familie Herrmann in die Heimat seiner Frau, die Schweiz. Günter heuerte beim FC Sion an, bei dem er 1975 mit 35 Jahren seine Karriere beendete. Mitte der 80er Jahre ging es nach Crans Montana, wo ihm seine in Gelsenkirchen gemachten Erfahrungen zugute kamen. Genau wie im Pott eröffnete er in dem schweizer Urlaubsort ein Lokal, das Restaurant "La Bistro".

       
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