30.11.2004: 29. November - Vor 42 Jahren wurde Alexandr Borodjuk geboren

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Seine Verpflichtung 1989 war eine Sensation. Als erster deutscher Club sicherte sich Schalke die Dienste eines Spielers aus der Sowjetunion: Alexandr Borodjuk (*29. November 1962) wechselte von Dynamo Moskau zu den Knappen.

Für viele Schalke-Experten gehört der zurückhaltende Russe zu den begnadetsten Technikern, die je das königsblaue Trikot getragen haben. Seine Füße traten nicht gegen den Ball, sie streichelten ihn. Er war auf dem Feld ein Künstler. Soli aus vollem Lauf, gut getimte Pässe in die Tiefe, traumwandlerische Sicherheit an der Spielkugel: Borudjuk ließ an guten Tagen den Fußball-Fan mit der Zunge schnalzen.

An schlechten indes stand er neben sich. Wirkte unerklärlich teilnahmslos. Das Spiel lief an dem Gestalter vorbei, auf der Tribüne setzte ratloses Kopfschütteln ein. Ein Erklärungsansatz: Der Mann mit den feinfühligen Füßen hat eine sensible Seele.

Er fühlte sich oft missverstanden. Borudjuk lernte die deutsche Sprache nur sehr langsam und machte in der Kabine schlechte Erfahrungen. "Die anderen immer lachen, wenn ich Fehler mache", sagte er in seinem einzigen Fernsehinterview im Juni 1993. Zwei Tage später verzauberte er noch einmal die Massen im Parkstadion. Beim 3:3 gegen die Bayern vermasselte er mit zwei Treffern den Münchnern die Meisterschaft.

Ein halbes Jahr später verließ der "bolschoi bombadir", der große Torjäger wie ihn der damalige Trainer Helmut Schulte taufte, das Ruhrgebiet. Seine stolze Bilanz: 41 Tore in 124 Erst- und Zweitligapartien. Doch die Fußball-Fachmänner sind sich sicher: Weil sich Sascha im Ruhrgebiet nie so richtig wohlfühlte, konnte er sein ganzes Potenzial viel zu selten abrufen. Allerdings bleiben die genialen Momente in Erinnerung.

Borudjuk ging anschließend zum SC Freiburg und kickte später noch bei Hannover 96, ehe er wieder in seine russische Heimat zurückkehrte. Er machte seinen Trainerschein und heuerte beim russischen Verband an. Mittlerweile ist er Co-Trainer an der Seite von Chefcoach Georgi Jarzew.

       
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