01.12.2004: Vor 58 Jahren wurde Ernst Kuzorra Trainer

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Es klingt fast so, als ob es der Autor von "Der Sportbrief" begrüßte, was am 1. Dezember 1946 offiziell wurde: Ernst Kuzorra übernahm "endgültig das Training der ersten Mannschaft von Schalke 04. Sein reiches fußballerisches Wissen und seine praktische Erfahrung kann er nun jeden Donnerstag in den Trainingsstunden voll in die Waagschale werfen."

Bereits in den goldenen 1930er- und 1940er-Jahre nahm Schalkes Kapitän Einfluss auf die sportlichen Entscheidungen. "Wir hatten immer einer Trainer, aber die Aufstellung habe ich gemacht", betonte "Clemens" fortwährend. "Nach drei Jahren wurde gewechselt. Manche haben gebettelt: Ernst, lass mich noch ein Jahr, doch ich habe gesagt: Nix da!"

Sicherlich ist etwas Verklärung bei dieser Darstellung dabei, Hans "Bumbas" Schmidt beispielsweise war fünf Jahre Trainer bei den Knappen, aber prinzipiell entsprach sie der Realität. In den Zeitungsartikeln von damals tauchte eher selten der jeweilige Schalker Trainer auf, dafür wurde Kuzorra meist zitiert. Auch die Präferenzen von Schmidt-Nachfolger Otto Faist, der ein ehemaliger 800m-Läufer war, deuten darauf hin, wer auf Schalke das letzte Wort hatte.

Als Faist 1942 eingezogen wurde, leitete Kuzorra anschließend übergangsweise das Training. Im Herbst 1946 dann ließ er sich überreden, den Posten offiziell zu bekleiden. Allerdings währte diese Phase nur knapp ein Jahr. Im November 1947 folgte Willi Schäfer auf Ernst Kuzorra.

Trotz seines Trainerscheins nannte sich das Schalker Idol lediglich "Berater", auch als er später die SpVgg. Erkenschwick in die Oberliga und Hückelhoven zu Meisterschaft und Aufstieg führte. Ein letztes Mal nahm Kuzorra in der Saison 1969/70 als Trainer auf der Schalker Bank Platz. Er fungierte als Strohmann für Slobodan Cendic, der Rudi Gutendorf abgelöst hatte, aber noch keine DFB-Lizenz besaß. Coach zu sein, das war einfach nicht Kuzorras Job: "Ich lebe gerne ruhig und ohne Ärger. Das geht als Trainer nicht."

       
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