04.12.2004: Vor 25 Jahren wurde Gyula Lorant entlassen

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Seine Sprüche waren markig, seine Bilanz eher enttäuschend. "Fichtel und Rüssmann hinten, Abi und Fischer vorne - das ist mein Tannenbaum. Da brauche ich nur noch ein paar Kugeln und ein bisschen Lametta dranzuhängen", tönte Trainer Gyula Lorant bei seinem Amtsantritt im März 1979.

Neun Monate und einige Missverständnisse später durfte der Ungar wieder seinen Koffer packen: Am 4. Dezember wurde er von Dietmar Schwager abgelöst. Präsident Günter Siebert musste im Frühling 1979 die Notbremse ziehen. Die Rückholaktion Ivica Horvat hatte nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Nach dem 1:3 gegen den VfL Bochum taumelte die Mannschaft Richtung Tabellen-Ende. Rolf Rüssmann war nach der enttäuschenden WM 1978 in Argentinien nur noch ein Schatten seiner selbst, Klaus Fischer und Rüdiger Abramczik zerstritten. Ein harter Hund musste her, der den Haufen wieder auf Kurs bringt.

Lorants Referenzen waren ausgezeichnet. Der ehemalige ungarische Weltklasse-Abwehrmann, der 1954 im WM-Finale von Bern stand, hatte sowohl Frankfurt (1976) als auch Bayern München (1978) in Abstiegsnöten übernommen und nach oben geführt. Bei den Hessen hatte er die Raumdeckung installiert. Mit großem Erfolg: Nach 22 Spielen ohne Niederlage schloss die Eintracht 1977 die Bundesligasaison mit Rang vier ab.

Ähnliches hatte er auch mit den Knappen vor, doch sein Konzept funktionierte nicht. Die Talfahrt setzte sich fort, am Ende konnte Schalke als 15. nur mit Mühe die Klasse halten. In der darauffolgenden Saison rangierte das Team am zehnten Spieltag zwar auf Platz drei, doch die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer stimmte nicht. Schalkes Kapitän Klaus Fischer kritisierte: "Wir spielen haargenau so, wie wir trainieren - stupide. Durch stures Rundenlaufen lernt man nichts hinzu ... Immer dieses Gerede von dem Raumdeckungssystem - für so etwas haben wir in Schalke nicht die Leute. Jeder sieht das, bloß der Trainer nicht."

Zwei Tage nach der 0:2-Heimpleite gegen Aufsteiger Bayer Leverkusen durfte Gyula Lorant gehen, und Dietmar Schwager übernahm die sportliche Verantwortung. Während Schwager ebenfalls nur kurz im Amt war und fünf Monate später durch Fahrudin Jusufi ersetzt wurde, nahm Lorant eine Herausforderung in Griechenland an. Er wurde Coach beim PAOK Athen. Dort verstarb er 1981.

       
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