05.12.2004: Vor zehn Jahren bekam Schalke die modernste Vereinssatzung der Bundesliga

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Endlich Schluss mit den legendären Schalker Verhältnissen: Das war der sehnlichste Wunsch der Geschäftsleitung im Herbst 1994. Und so wurde an einer Satzungsänderung gefeilt, die am 5. Dezember vom Verein verabschiedet wurde. Damit nahm Schalke eine Vorreiterrolle für die Bundesliga ein.

Kern der Satzungsänderung war, dass der Vorstand nicht mehr unmittelbar auf einer Mitgliederversammlung durch die anwesenden Vereinsmitglieder gewählt wird. Jene bestimmten vielmehr einen Aufsichtsrat, der dann wiederum einen Vorstand bestellt. Durch dieses Prinzip, bei dem die Führungsstruktur von Wirtschaftsunternehmen Pate stand, sollte endlich Ruhe in den Verein einkehren.

Mit reichlich Anspannung ging die Geschäftsleitung in die außerordentliche Mitgliederversammlung. Die Vereinsbasis zögerte, bis Rudi Assauer das Wort ergriff. Der Manager, der seit seinem Amtsantritt im April 1993 den Verein konsolidiert und aus dem sportlichen Tal geholt hatte, machte unmissverständlich klar: "Ich bitte Sie inständig, die neue Satzung anzunehmen. Das ist für den Verein die letzte Chance."

Die Mitglieder hatten verstanden, die erforderliche Zweidrittelmehrheit für die Satzungsänderung kam zustande. Bei insgesamt 1229 gültigen Stimmen entschieden sich 946 für den Antrag, 254 waren dagegen, was einer Zustimmung von 77 Prozent entspricht. Am Tag nach der Versammlung trat der amtierende Vorstand mit Helmut Kremers, Jürgen Wennekers und Hans Kleine-Büning wie verabredet zurück. Die Zeit der "Schalker Verhältnisse" wurde so durch die Mitglieder endlich ad acta gelegt. Durch ihren Schritt sind die Schalker auch Vorreiter für die Bundesliga geworden. Die neue Satzung schloss den Prozess der Umstrukturierung des Vereins ab.

Eine Woche später wurde erstmals der Schalker Vorstand in aller Ruhe bestellt: Vorsitzender wurde der ehemalige Steiger Gerhard Rehberg, Stellvertretender Vorsitzender der Steuerberater Josef Schnusenberg. Beide sind ehrenamtlich tätig. Außerdem gab es erstmals in der Vereinsgeschichte zwei hauptamtliche Vorstandsmitglieder: Manager Rudi Assauer und Geschäftsführer Peter Peters.

"Kritiker haben immer wieder behauptet, dass die Demokratie in Schalke abgeschafft wurde", so Peter Peters zu der Bedeutung der Satzungsänderung. "Das Gegenteil war der Fall. Schalke hat an diesem Abend seine Demokratie gefunden. Noch nie zuvor hat sich ein Verein so intensiv und klug mit Sachargumenten auseinandergesetzt, anstatt Personaldiskussionen zu führen."

       
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