07.12.2004: Vor 17 Jahren trat Rolf Schafstall zurück

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Großes Aufatmen bei Schalke 04: Am 7. Dezember 1987 bat Trainer Rolf Schafstall um seine Vertragsauflösung. Präsident Günter Siebert willigte ein und so war die niemals richtig funktionierende Verbindung zwischen dem Duisburger und dem Verein beendet.

Im Sommer 1986 lockte der damalige erste Mann im Verein, Dr. Hans-Joachim Fenne, den Fußball-Lehrer vom VfL Bochum zu den Knappen. Laut Fenne hatte Vorgänger Didi Ferner zu wenig Charisma, er wollte einen extrovertierteren Trainer haben. Und so verpflichtete er hinter dem Rücken von Manager Rudi Assauer Schafstall im Alleingang.

Der ehemalige Oberliga-Spieler von Hamborn 07, der in den 60er-Jahren auch für den SSV Reutlingen in der Regionalliga Süd aktiv war, hatte fünf Jahre lang beim Revier-Nachbarn sehr ordentliche Arbeit abgeliefert. Trotz zahlreiche Verkäufe von Leistungsträgern war es ihm gelungen, den Verein in der 1. Bundesliga zu halten. Er hatte ein Gespür für Talente und formte u.a. Stefan Kuntz, Christian Schreier, Martin Kree sowie Uwe Leifeld.

Auf Schalke indes passte die Kombination nicht. Die Spieler kamen mit dem Kasernenhof-Ton des Trainers nicht zurecht. Nicht zuletzt durch seine barsche Ansprache vergrätzte er Führungsspieler wie Wilfried Hannes oder Michael Jakobs. Bereits Platz 13 in seiner ersten Saison war eine Enttäuschung für beide Seiten, doch es kam noch schlimmer.

Im Sommer 1987, Siebert hatte mittlerweile wieder das Vereinsruder übernommen, wurden die finanziellen Probleme des Vereins publik. Die Lizenz war in Gefahr, bei der Angabe des Schuldenstandes schwankten die Zahlen zwischen 5,2 und 9,3 Millionen Mark. Erst nachdem die Stadt Gelsenkirchen ein zinsloses Darlehen von 1,3 Million Mark in Aussicht gestellt hatte, gab der DFB grünes Licht. Leistungsträger wie Klaus Täuber und Dieter Schatzschneider mussten allerdings verkauft werden.

Erschwerend kam für Schafstall hinzu, dass er und Siebert unterschiedliche Auffassungen hatten. Immer wieder gerieten die beiden über Taktik und Aufstellung aneinander. "In Schalke habe ich den Rücken nicht frei", beklagte sich der Coach. "Ich kann nicht so arbeiten, wie ich mir das vorstelle."

Da kam ihm das Angebot von Bayer Uerdingen, die ihn als Nachfolger von Karl-Heinz Feldkamp haben wollten, gerade richtig. Er bat bei Siebert um die Auflösung des Vertrages. "Wir wurden uns sofort einig", so der Präsident. "Ich habe schon über seine Entlassung nachgedacht. Aber das konnten wir uns mit Rücksicht auf die Stadt, die uns so geholfen hat, nicht erlauben. Das war für uns ein vorweggenommenes Weihnachtsgeschenk."

Nach seiner Demission bei den Schalkern und anderthalb Jahren beim KFC Uerdingen 05 arbeitet Rolf Schafstall noch beim VfL Osnabrück, Fortuna Düsseldorf, Stuttgarter Kickers, Hannover 96 sowie Dynamo Dresden und half noch zweimal auf Anfrage seines Freundes Werner Altegoer beim VfL Bochum aus. Zuletzt im Jahr 2001. Heute lebt er mit seiner Frau in der Nähe von Krefeld auf einem umgebauten Bauernhof.

       
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