12.12.2004: Vor 43 Jahren ermittelte die Steuerfahndung auf Schalke

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31 Jahre, nachdem der Verein wegen Verstößen gegen das Amateurstatut vom WSV gesperrt worden war, gab es 1961 den nächsten Skandal auf Schalke. Der Club stand im Verdacht, seine Spieler aus einer "schwarzen Kasse" bezahlt zu haben. Und so rückte die Steuerfahndung am 12. Dezember 1961 an.

Im Zug der Ermittlungen kam heraus, dass der damalige Vorsitzende Dr. Georg König - immerhin Gelsenkirchens Stadtkämmerer - und Kassierer Hans Asbeck seit 1959 insgesamt rund 150.000 Mark an Handgeldern, Prämien und Möbelrechnungen aus einer "schwarzen Kasse" bezahlt hatten. Das Geld war durch nicht abgerechnete Eintrittsgelder, falsche Belege und "gestundete" Vergnügungssteuer durch einen Finanzbeamten zusammengespart worden.

Den Hinweis auf diese Praxis - übrigens nicht allein bei Schalke 04 üblich - gab ein Vorstandsmitglied. Der 2. Kassierer Wilhelm Nittka erstattete mit der Abrechnung des Spiels gegen Hamborn 07 am 21. September 1961 Anzeige.

Im Laufe des Prozesses, der am 28. Februar 1964 vor dem Essener Landgericht mit dem Urteilsspruch endete, wurde viel schmutzige Wäsche des Vereins in der Öffentlichkeit gewaschen, was mehr am Image von Schalke 04 kratzte als der eigentliche Tatbestand. Hintergrund der Anzeige war eine Intrige der langjährigen Mitglieder Nittka, Karl Stutte und Vereinsarzt Dr. Weiler. Letztendlich bewerteten die Richter den Skandal als "Kavaliersdelikt". Entsprechend mild waren die verhängten Strafen.

König, dem Steuerhinterziehung, Betrug, Urkundenfälschung und Untreue im Amt vorgeworfen wurde, wurde zu 4000 Mark, Asbeck zu 3500 Mark und der Finanzbeamte Wischerhoff zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt. Der zunächst suspendierte König konnte die Arbeit des Stadtkämmerers später jedoch wieder aufnehmen und wurde 1968 sogar Oberstadtdirektor.

       
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