15.12.2004: Vor 74 Jahren wurde Günter Siebert geboren

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Unbestritten gehört er zu den schillerndsten Persönlichkeiten, die je auf Schalke gewirkt haben. Günter Siebert (15. Dezember 1930) prägte den Verein als Meisterspieler und Präsident über 30 Jahre lang. Dabei war der charismatische Hesse nicht immer nur "Heilsbringer".

Die Beziehung zwischen Günter Siebert und Schalke 04 war Liebe auf den zweiten Blick. 1951 heuerte der Angreifer aus Kassel zum ersten Mal bei den Knappen an, verließ allerdings bereits zwei Jahre später den Verein. Erst nach gutem Zureden kehrte er 1955 ins Ruhrgebiet zurück - was sich später noch zweimal wiederholen sollte.

Seine zweite Phase als Spieler auf Schalke war im Gegensatz zur ersten erfolgreich. Als Wühler im Angriff war er Mitglied der Knappen-Mannschaft, die 1958 zum bislang letzten Mal Deutscher Meister wurde. Schon damals erwies sich Günter Siebert als sehr geschäftstüchtig. Während seine Kameraden Siege feierten, baute er eine Kiosk-Kette in Gelsenkirchen auf. Später kamen Lebensmittelläden dazu, die er im Ruhrgebiet und später ebenso in Kassel betrieb.

Sein Geschäftssinn gepaart mit einer ausgezeichneten Rhetorik trugen 1967 im entscheidenden Maße dazu bei, dass er Fritz Szepan als Präsident ablöste. Er war damals der jüngste Vereinsboss der Bundesliga, was ihn jedoch nicht daran hinderte, vielen Kollegen ein Schnippchen zu schlagen. Mit klugen Personalentscheidungen und einem ausgeprägten Gespür für Talente baute Siebert ein Team auf, das 1972 für Furore sorgte. Libuda, Fischer und Co. landeten in der Liga auf Rang zwei und gewannen zudem den DFB-Pokal.

Doch bevor "Horvats Löwen" richtig loslegen konnten, wurden sie von einer Dummheit eingeholt. Ihre Beteiligung am Bundesliga-Skandal wurde für die Mannschaft und dem Verein zum Verhängnis. Spieler wurden gesperrt, Schalke verlor trotz Fertigstellung des Parkstadions seine ausgezeichnete Ausgangslage. Im Sommer 1976 war Siebert erst einmal Geschichte. Er wollte unter Präsident Dr. Karl-Heinz Hütsch bezahlter Manager werden, doch der Anwalt sägte den ehemaligen Meisterspieler ab.

"Oskar", wie er von seinen Weggefährten ob seiner sieben Kinder genannt wurde, stand auf der Straße. Er nahm Aushilfsjobs an und kehrte im März 1978 triumphal zurück. Dank einer leidenschaftlichen Rede, in der er sich mal wieder als Mann des Volkes stilisierte, übernahm er erneut das Präsidenten-Amt.

Die Sorgen indes im und rund ums Parkstadion blieben. Siebert war nicht in der Lage, die angespannte finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus funktionierte sein "Diamanten-Auge" nicht mehr. Seine Spielerverpflichtungen brachten nicht den erhofften Schub. Im Dezember 1979 erklärte er seinen Rücktritt. Er baute sich mit "Oskars Pub" auf Gran Canaria eine neue Existenz auf.

Zwar kehrte er Anfang 1987 noch einmal für 20 Monate auf seinen Thron zurück, aber im September 1988 warf er endgültig das Handtuch und zog sich ganz auf seine kanarische Insel zurück. Selten ist er noch in Gelsenkirchen, gehört jedoch als Mitglied des Ehrenpräsidiums weiterhin dem Verein an.

Günter Siebert
* 15.12.1930
Spieljahre: 1951 - 1953, 1955 - 1959
Oberliga: 118/6
DM: 11/4
DP: 1/0
EC: 4/3

       
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