18.12.2004: Vor 18 Jahren gab Neumann Präsidenten-Kandidatur bekannt

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Gefeiert, gefeuert, geliebt, geschasst, gewichtig und geradlinig: Kaum einer verkörpert Schalke auf so sympathische Weise wie Charly Neumann. Seit über 50 Jahre gehört der Betreuer zu S04. Erlebte, nicht zuletzt weil oft beteiligt, gute sowie schlechte Zeiten. Und strebte sogar einmal das Amt des Präsidenten an: am 18. Dezember 1986.

Was nur ganz wenige damals wussten: Er spielte lediglich den Strohmann für einen Ex-Präsidenten, der wieder an die Macht wollte. Neumann, der am 29. Juli 1931 in Bochum geboren wurde, hatte die großen Fan-Clubs hinter sich gebracht und verkündete auf der Mitgliederversammlung: "Hiermit verzichte ich auf meine Kandidatur. Zu Gunsten eines Mannes, der der Beste für Schalke ist - Günter Siebert." Der Plan ging auf: Siebert wurde gewählt, Neumann saß wieder fester im Vereinssattel.

Sein Antrieb: "Ich wollte zum FC Schalke dazugehören, ganz nah bei sein." Da seine fußballerischen Fähigkeiten limitiertet waren, versuchte er es auf seine spezielle Weise. Als Bäcker-Lehrling brachte er anfangs Schalke-Legende Ernst Kuzorra die Brötchen, wurde dann Jugend-Leiter und schließlich nach der Demission von Ede Lichterfeld 1976 Mannschaftsbetreuer.

Sein Stellenwert für den Verein wuchs ständig. Wobei er in diesem Zusammenhang vor unlauteren Methoden nicht zurückschreckte. So leugnet er beispielsweise nicht, zweimal Wanzen versteckt zu haben, um mitzukriegen, was in Vorstandssitzungen besprochen wurde. Neumann heute über seine Jugendsünden: "Streng genommen war das ja kriminell."

Was den erfolgreichen Gastronom oft rettete, waren seine Seilschaften mit der Bild-Zeitung sowie seine Popularität bei den Fans. Er wusste die Kurve immer hinter sich. Zudem war und ist Neumann, der für alle nur der Charly ist und den kaum einer Karl-Heinz nennt, unglaublich herzlich und liebenswürdig. Seine liebenswerte Art sorgte oft dafür, dass man ihm nicht lange böse sein konnte. Selbst die Fehde mit Rudi Assauer, die ihm in den 80er Jahre kurzzeitig den Job auf Schalke gekostet hatte, verrauchte irgendwann.

Anno 2004 ist Charly noch heute Liebling der Massen, Identifikationsfigur, Sympathieträger. Er verkörpert das "alte Schalke" auf eine angenehm nostalgische Art. Über die Missetaten, die es zweifellos gab, ist Gras gewachsen. Übrig geblieben ist ein Unikum, das niemand auf Schalke missen möchte.

       
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