19.12.2004: Vor sieben Jahren schrieb Jens Lehmann Bundesliga-Geschichte

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Das hatte es in der Bundesliga zuvor noch nie gegeben: Am 19. Dezember 1997 erzielte Jens Lehmann als erster Schlussmann aus dem Spiel heraus ein Tor für seine Mannschaft. Im Derby beim BVB war er in der Nachspielzeit per Kopf erfolgreich.

Die Geschichte des Ruhrpott-Derbys zwischen dem FC Schalke 04 und seinem ewigen Widersacher Borussia Dortmund ist seit 1997 um ein Kapitel reicher. Nicht wegen des vollauf gerechten 2:2-Unentschiedens beider Mannschaften im Westfalenstadion, sondern wegen des Ausgleichstores in der Nachspielzeit: Ecke von Olaf Thon, Verlängerung von Thomas Linke - und dann war Torwart Jens Lehmann, den es nicht mehr in seinem Kasten gehalten hatte, zur Stelle. Er köpfte unhaltbar ein.

Alle, die Blau und Weiß an diesem Freitagabend trugen, machten das Stadion zu einem Tollhaus. Mittendrin Jens Lehmann. Er war der erste Schlussmann in fast 35 Jahren Bundesliga-Geschichte, dem das Kunststück aus dem normalen Spiel heraus glückte. Vorher hatten die Keeper höchstens per Elfmeter getroffen - auch Lehmann. Der Kopfball-Treffer war Bundesliga-Tor Nummer 33.334 - und das genau am Tag des 88. Geburtstag des BVB.

Mit "Lehmann in den Sturm"-Rufen empfingen ihn seine Mitspieler nachher in der Kabine; mit "Auf geht's, Lehmann schießt ein Tor" besangen ihn die Fans noch lange nach dem Abpfiff. Doch der Keeper hob nicht ab: "Ich habe vorher zwei Treffer kassiert. Da hat man immer ein schlechtes Gewissen. Mit meinem Tor hat sich dann der Kreis geschlossen. Aber ich ärgere mich mehr über Gegentore, als dass ich mich über das Tor freue."

Sein Mannschaftskamerad Mike Büskens hingegen war enthusiastischer: "Ein unglaubliches Spiel - und Jens hat alles noch getoppt!" Lob gab es auch vom Kopfballspezialisten Johan de Kock: "Jens hält richtig gut die Birne hin." Und Marco van Hoogdalem antwortete: "Bei uns kann eben jeder Tore schießen."

Wütend waren hinterher die Dortmunder, deren Zorn und Beleidigungen sich vor allem gegen das Schiedsrichter-Trio richteten. Es sei weder ein Eckball gewesen, noch ein reguläres Tor, denn Lehmann habe im Abseits gestanden. Zumindest beim ersten Punkt lagen sie mit ihrer spontanen Vermutung richtig. Marc Wilmots war beim Flanken der Ball dermaßen über den Spann gerutscht, dass sich Linienrichter Margenberg gar nicht vorstellen konnte, dass der Ball ohne Mithilfe eines BVB-Beins so komisch ins Aus geflogen sein konnte.

Das war aber auch der einzige Fehler. Denn Lehmann befand sich bei seinem Treffer keineswegs in Abseitsposition. Dortmunds Vladimir But hob es auf.

Borussia Dortmund - FC Schalke 04 2:2 (1:0)

Bor. Dortmund: Klos, Feiersinger, Reuter, Heinrich, Freund, Sousa, Ricken (81. Zorc), But, Reinhardt (86. Kree), Möller, Herrlich

Schalke 04: Lehmann, Thon, Linke, de Kock, Held (86. Pereira), Kurz (69. Anderbrügge), van Hoogdalem, Büskens, Wilmots, Kliouev, Eijkelkamp

Tore: 1:0 But (26.), 1:1 Kliouev (75.), 2:1 Möller (79.), 2:2 Lehmann (93.)
Zuschauer: 55.000
SR: Jansen

       
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