27.12.2004: Vor 55 Jahren wurde Klaus Fischer geboren

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Tore sind sein Leben, Fallrückzieher seine Passion und Ehrlichkeit sowie Bodenständigkeit seine prägnantesten Charaktereigenschaften: Klaus Fischer wird heute 55 Jahre alt. Die Königsblauen gratulieren ihrem besten Mittelstürmer aller Zeiten.

In 295 Bundesligaspielen erzielte er 182 Tore für den Verein. In der ewigen Bundesliga-Rangliste belegt er mit 268 Treffern hinter Gerd Müller den zweiten Platz. Zudem ist der Torschützenkönig von 1976 mit insgesamt 535 Ligapartien Fünfter bei den Dauerbrennern. 1972 wurde er DFB-Pokalsieger und Vizemeister mit Schalke, 1983 holte er den Pokal noch einmal, diesmal mit dem 1. FC Köln. Ein Jahr zuvor verbuchte er den größten Erfolg mit der Nationalmannschaft: Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien hatte er großen Anteil daran, dass die DFB-Elf bei der WM bis ins Finale vorstieß. Sein Ausgleich zum 3:3 per Fallrückzieher im Halbfinale gegen Frankreich machte das Elfmeterschießen möglich, das Deutschland siegreich gestaltete und ins Endspiel einzog. Dort musste sich das Team von Jupp Derwall Italien mit 1:3 geschlagen geben.

So weit zu den Zahlen. Aber sind diese Fakten eine ausreichende Erklärung für die Popularität des ehemaligen Jugend-Europameisters im Eisstockschießen? Immerhin ist er der Spieler, der bei der Abstimmung zur Schalker Jahrhundert-Elf die meisten Stimmen bekam. Vor Legenden wie Stan Libuda, Ernst Kuzorra oder Olaf Thon.

Große Sprüche waren und sind ihm dennoch fremd, viel lieber hilft er dort, wo Not am Mann ist. Nach seiner aktiven Karriere wurde Fischer Trainer, betreute lange Zeit die Amateurmannschaft der Schalker und sprang dreimal bei den Profis ein, als die ohne Coach dastanden.

Selbst die Tatsache, dass der gelernte Glasbläser im Trikot des 1. FC Köln und später des VfL Bochum Tore gegen seinen ehemaligen Club schoss, nahmen ihm die Fans nicht lange krumm. "Walter" - diesen Spitznamen verdankt er dem ehemaligen Weltklasse-Langläufer Walter Demel, der ebenfalls in Zwiesel geboren wurde - war immer einer von ihnen.

Wahrscheinlich trug auch die Rolle des "tragischen Helden" zur Fischers Beliebtheit bei. Er gehörte zu den Schalkern, die am meisten unter dem Bundesliga-Skandal von 1971 gelitten haben. "Das ist der dunkle Fleck in meiner Karriere. Da ist man in etwas hineingeschlittert, ohne sich Gedanken zu machen", sagt Fischer zur verschobenen 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld am 17. April 1971.

Das Spiel kostete ihn nicht nur viel Geld, sondern auch eine längere Karriere in der Nationalmannschaft. Aufgrund der Verwicklung in den Skandal gab er erst mit 27 Jahre sein Debüt in der Nationalmannschaft, für die er zwischen 1977 bis 1982 immerhin 32 Mal in 45 Spielen traf. Eine Torquote, die nur ganz wenige Spieler in der deutschen Nationalmannschaft aufweisen können.

Der zweifache Familienvater war ein Vollblutstürmer. Er suchte immer den direkten Weg zum Tor, war zweikampfstark, beweglich sowie ungemein sprungstark. Und bescheiden: "Wenn man solche Flanken bekommt wie die von Erwin Kremers oder Stan Libuda, später auch von Rüdiger Abramczik - davon lebt man natürlich als Stürmer", wies er immer wieder auf die Verdienste seiner Vorlagengeber hin. Sechsmal wurden seine Treffer von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt. Eines gar zum Tor des Vierteljahrhunderts: 1977 traf er für die Nationalmannschaft per Fallrückzieher gegen die Schweiz.

Dass Fischer nichts von seinen Qualitäten eingebüßt hat, bewies er am 30. Juli 2003. Beim Nostalgie-Derby zwischen Bayern München und dem TSV München 1860 brachte er die Löwen mit 1:0 in Front. Natürlich mit einem Fallrückzieher, und natürlich wurde der Kunstschuss erneut zum Tor des Monats gewählt. Und wer Fischer kennt, der weiß: Das muss nicht der letzte Streich des Torjägers gewesen sein.

       
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