28.12.2004: Vor 70 Jahren wurde Otto Laszig geboren

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An ihn dürfte Uwe Seeler schlechte Erinnerungen haben. Otto Laszig (*28. Dezember 1934) meldete "uns Uwe" im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1958 vollständig ab. Der Nationalspieler konnte kaum Akzente setzen, so dass die Schalker in Hannover zum ersten Mal die Schüssel mit nach Hause nehmen konnten.

Hans Bornemann, Meisterspieler in den 1930er-Jahren, schrieb in seinem Band "So wurde Schalke Deutscher Meister 1958" über das Finale: "Schalkes Hintermannschaft war wachsam… Gewiss, auch Orzessek musste einige scharfe Schüsse meistern. Otto Laszig hatte mit dem spurtschnellen und kraftvollen Uwe Seeler einige Male Last, aber Otto gab keinen Zentimeter Boden für Uwe frei, er hielt ihm am Bandl."

23 Jahre war Laszig damals alt und kickte bereits in der sechsten Saison für die erste Mannschaft. Aus der eigenen Jugend kommend lief er Anfang 1953 zum ersten Mal für das Team von Coach Fritz Szepan auf. "Eines der größten Talente der damaligen Zeit", erinnert sich Willi Koslowski, der 1958 mit Laszig in Hannover auf dem Platz stand. "Er wurde auf Anhieb Stammspieler."

Laszig verfügte über einen strammen Schuss sowohl mit links als auch mit rechts und kam meist in der Läufer-Reihe zum Einsatz. Mal auf der rechten Seite, nicht selten aber auch auf der mittleren Position. Sein Kapital neben der guten Technik war seine Kraft. Koslowski: "Den hat so leicht nichts umgehauen." Abseits des Platzes war er eher introvertiert. "Er ruhte in sich", beschreibt sein ehemaliger Mannschaftskollege. "Mit ihm konnte man keinen Streit bekommen."

Laszig kickte für die Königsblauen bis 1960. Dann legte die damalige Vereinsführung keinen Wert mehr auf den Mittelfeldmann, der 162 Pflichtspiele (47 Tore) für den Club absolviert hatte. Er brach seine Zelte im Ruhrgebiet ab und wechselte nach Hannover. Bei der 96ern fand er sein sportliches Glück wieder.

Mit ihm gelang den Niedersachsen 1964 der Aufstieg in die Bundesliga, in der er noch 118 Mal auflief und drei Tore erzielte. 1969 verabschiedete er sich von der großen Fußball-Bühne. Er blieb in der Nähe von Hannover, entdeckte die Liebe für den Tennissport und verbringt seit seiner Pensionierung viele Monate in einem Ferienhaus in Spanien.

2004 besuchte er zum 100. Geburtstag des Clubs noch einmal Gelsenkirchen. Er war beeindruckt von der Arena und wünscht den Knappen in dieser Saison die achte deutsche Meisterschaft.

       
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